Die Gessnerallee ist ein Ort für Theater, Tanz, Performance, Musik und Communityprojekte. Als Co-Produzentin ausgewählter Projekte und als Partnerin für lokale und globale Produktionen, ist die Gessnerallee eine der grössten Bühnen für die ...
SYNTHETIC / Artefact
Inspiriert von der Puppe in afrikanischen Tänzen und im europäischen Theater beschäftigt sich die Gruppenchoreografie mit Fragen von Schönheit und Widerstand.
«SYNTHETIC / Artefact Performance in 2 Acts» spielt vor langer Zeit, in einer fernen Zukunft. Die Landschaften der Performance sind ebenso prächtig wie verwüstet. Darin zu finden: Puppen. Über Kulturen und Jahrhunderte hinweg wurden sie geschaffen, um betrachtet zu werden – reglos und dem Blick ausgesetzt. Das Stück beginnt in dem Moment, in dem sie sich zu bewegen beginnen. Können sie tanzen? Zwischen Realismus und Künstlichkeit, Archiv und Spekulation fängt dieses Stück die Schönheit von Körpern ein, die sich weigern, als Objekte betrachtet zu werden.
Tiran Willemse gilt als einer der Shootingstars der zeitgenössischen Tanzszene, seine Arbeiten touren international. Zum Saisonstart der Gessnerallee präsentiert er mit «SYNTHETIC / Artefact» seine erste Gruppenchoreografie von und mit den brillanten Performer*innen Davide-Christelle Sanvee, Élie Autin, Ophelia Young und Elizabeth Mulenga. Willemse hat einen Hintergrund im Ballett sowie eine Ausbildung bei P.A.R.T.S – School for Contemporary Dance in Brüssel. Auf Empfehlung der befreundeten lokalen Künstler*innen Annina Machaz und Nils Amadeus Lange absolvierte er einen Master in Experimental Theater an der HKB in Bern. Willemse fand eine Wohnung in Zürich und zog in die Schweiz. In Zürich verspürt er mehr als an anderen Orten die Freiheit, experimentell und humorvoll arbeiten zu können.
Barrierefreiheit und praktische InformationenStufenloser Zugang
Sprache: Das Stück ist nicht sprachbasiert und enthält nur wenig französische Lautsprache. Der Text ist in gedruckter Form auf Deutsch und Englisch verfügbar.
Bewegungsvokabular: In «SYNTHETIC / Artefact» entwickelt der Künstler und Choreograph Tiran Willemse ausgehend von seiner über Jahre gewachsenen Bewegungspraxis eine Choreografie für sich und die Tänzer*innen Davide-Christelle Sanvee, Élie Autin, Ophelia Young und Elisabeth Mulenga. Die Bewegungen der Tänzer*innen entstehen aus Improvisation, rituellen Praktiken und konzeptionellen Überlegungen. Diese entstehen einerseits entlang der Figur der Puppe in der Moderne und andererseits entlang ihrer ritualistischen Bedeutung in indigenen Praktiken sowie den ästhetischen und inhaltlichen Überschneidungen dieser beiden Felder. Die Bewegungen der Körper in «SYNTHETIC / Artefact» können ruckartig und explosiv sein und dabei unkontrolliert wirken. Die Gesichter der Tänzer*innen sind teilweise zu extremer Mimik verzogen. Willemse wählt diese Bewegungen, um eine zugespitzte Mechanisierung des Körpers zu zeigen. Gleichzeitig sind die Posen und Bewegungen als Referenz auf die rassistischen Minstrel Shows in den USA in den 1930- und 40er Jahren lesbar und laden zu einer Reflexion der Rolle von rassifizierten Körpern in der Tanz- und Theatergeschichte ein. Die Momente der unkontrolliert wirkenden Gestik und Mimik können ebenfalls an die lange Geschichte der ableistischen Darstellung von psychischer Krankheit und Behinderung im Tanz und anderen künstlerischen Ausdrucksformen (Cripping Up) erinnern.
Da die Produktion aktuell erarbeitet wird, werden weitere Informationen zur Barrierefreiheit der Show bis zum Tag der Premiere laufend ergänzt.
Bei ausverkauften Vorstellungen halten wir ein kleines Kontingent an barrierefreien Plätzen (Rollstuhlplätze & Sitzsäcke) zurück. Wir bitten Personen mit Barrierefreiheitsbedarfen sich an kasse@gessnerallee.ch zu wenden.
zur Website der Veranstalter:in
Halle
Gessnerallee 8
8001 Zürich
+41 (0)44 225 81 10
kasse@gessnerallee.ch
Öffnungszeiten:
Abendkasse jeweils 2 Stunden vor Beginn der Vorstellung
Zugänglichkeit:
Infos Zugänglichkeit:
Die verschiedenen Säle wie auch die Bar sind hindernisfrei zugänglich. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist im Erdgeschoss vorhanden.

