Mehr als eine Bühne Mitten im Niederdorf in der Zürcher Altstadt, nur wenige Schritte vom geschäftigen Neumarkt entfernt, befindet sich eines der traditionsreichsten Schauspielhäuser der Schweiz. Das heutige Theater Neumarkt hat seine Wurzeln ...
Die Stille
Vier Menschen, traurig am Strand. Der Wind hängt still im Sand, scheint die Zeit Korn auf Korn davonzuwehen. Wir sehen eine Trauergemeinschaft, die versucht, nicht daran zu denken, woran sie denkt. Zurückgelassenes Kinderspielzeug liegt herum, ein blaues Handtuch. Sie schweigen. Die Zeit verstreicht zäh.
Für unsere Eröffnungsinszenierung formt Paula Lynn Breuer aus Guillaume Poixs inneren Bühnenmonolog LE SILENCE, eine Performance, in der sie und das ENSEMBLö sich den Verschränkungen von Erinnerung, Trauer und Sprachlosigkeit widmen. «Alle trauern anders, aber alle trauern», erhebt sich als möglicher Leitsatz, durch den das Verharren der Vier am Strandtag gebündelt werden kann. So sehen wir sie allzu oft von Jähzorn oder Scham bezwungen, sehen wieder und wieder Geschädigtes in Gewalt umschlagen. Gefangen in den Ruinen ihrer Erinnerungen, die sie nicht loslassen können, umschliesst sie eine ortlose Trauer – ein tosendes Schweigen, das keinen Ausbruch aus jenem Tag am Strand erlaubt.
Von dem Handtuch, das nie trocknet.
Inmitten dieser Trance suchen Paula und ENSEMBLö in den Ruinen von Guillaumes STILLE danach, inwiefern mit Schmerz umgegangen werden kann in einer modernen Welt, die keine Zeit mehr für Trauer vorsieht. Keine Altare mehr aus den vakanten Trümmern zu errichten vermag. Schmerz, eigentlich Schwäche, Ineffizienz nicht mehr geleistet werden kann.
Gemeinsam werden wir uns in Paulas Inszenierung den Konsequenzen einer NEUen Trostlosigkeit gewahr, flankiert von riesigen, schweigenden Lautsprechern und den stillen Nahaufnahmen einer Kamera, welche die flüchtigen Details instinktiver Verdrängung als Landschaft des Verlusts in die Weite des Strandes einwebt.
Dauer 90 Minuten
Hinweis zu den aktuellen Vorstellungen von «Die Stille»:
Nach den tragischen Ereignissen der letzten Woche in Crans Montana möchten wir «Die Stille» besonders kontextualisieren.
Das Stück wurde bereits im September uraufgeführt und widmet sich unter anderem der Trauer nach dem Tod eines Kindes.
Es versteht sich als gemeinsamer Moment der Stille, der poetischen Reflexion und der vorsichtigen Hoffnung.
zur Website der Veranstalter:in
Donnerstag, 08. Januar 2026
20:00 Uhr
Besetzung
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- Rachel Braunschweig .
- Martin Butzke .
- Hanna Eichel .
- Till Schaffnit .
Andere Beteiligte
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- Guillaume Poix, Text .
- Marina Galli, Übersetzung .
- Paula Lynn Breuer, Regie .
- ortreport, Bühne .
- Fadrina Arpagaus, Aussensicht .
- Safia Hachemi, Kostüm .
- Diane Gemsch, Choreografie .
- Serafin Aebli, Musik .
- Camille Roduit und Fredi Thiele, Regieassistenz .
- Noé Wetter, Bühnenbildassistenz .
Saal Neumarkt
Neumarkt 5
8001 Zürich
+41 (0)44 267 64 64
tickets@theaterneumarkt.ch
Zugänglichkeit:
Infos Zugänglichkeit:
Für Menschen mit Gehbehinderungen oder Rollstuhl ist der Saal über einen Aufzug zu erreichen. Hierfür ist ein Schlüssel notwendig, bitte wenden sie sich hierzu an die Kasse unter +41 44 267 64 64. Zugang zum Aufzug finden sie über den Sommergarten im Innenhof des benachbarten Restaurant Neumarkt. Die Büros sind leider nicht barrierefrei erreichbar.
