Vorhang auf für die Altstadtkirchen: Grossmünster, Fraumünster und St. Peter gehören zu Zürichs Wahrzeichen. Sie empfangen jedes Jahr Hunderttausende aus aller Welt. Für eine Kirchenbesichtigung, zur stillen Einkehr, aber auch für ...
Brahms – Ein deutsches Requiem
Chor- und Orchesterkonzert
«Versöhnung» bestimmt das Konzertprogramm der Schwesterchöre Zürcher Kantorei an der Predigerkirche und der Kantorei am Berner Münster, die erstmalig mit dem Neuen Zürcher Orchester (NZO) und dem Alumni- & Sinfonie-Orchester Uni Bern (ALSO) zusammenspannen: Nicht eine katholische Totenmesse, sondern ein Oratorium zum Trost für die Hinterbliebenen schrieb Johannes Brahms mit seinem wohl berühmtesten Werk, dem «Deutschen Requiem», für das er statt des lateinischen Messtextes eine persönliche Auswahl von berührenden Bibeltexten traf. «Kol Nidrei» benennt Max Bruch sein rhapsodisches Werk für Solo-Cello und Orchester und übernimmt damit den Titel des Gebets, das den höchsten jüdischen Feiertag, das Versöhnungsfest «Jom Kippur», einleitet. Mendelssohn-Bartholdy, jüdisch-stämmig aber christlich getauft, sah sich zeitlebens Anfeindungen ausgesetzt, doch selbst sein zu Antisemitismus neigender Kontrahent Richard Wagner lobte ihn für seine «Hebriden-Ouvertüre» als «erstklassigen Landschaftsmaler»: Bei einer Reise 1829 hatte den 20-jährigen Mendelssohn die Fingalshöhle auf der schottischen Hebriden-Insel Staffa beeindruckt und veranlasste ihn zu ersten Skizzen eines Orchesterwerks. Doch nicht das sagenumwobene Umfeld des Keltenkönigs Fingal wird in der Ouvertüre behandelt, sie entwirft vielmehr ein atmosphärisches Porträt von Wasser, Meer und Wind, und spannt so einen inhaltlichen Bogen zur Vergänglichkeit des Menschen, die auch Brahms in seinem «Deutschen Requiem» thematisiert.
Als Solist:innen für ihre Konzerte konnten die Berner und Zürcher Ensembles drei junge, hochqualifizierte Musiker:innen gewinnen: Maria Zaitseva (Violoncello) und Mira Alkhovik (Sopran) sind Preisträgerinnen des berühmten deutschen ARD-Wettbewerbs München. Dem Zürich-stämmigen, in Berlin ansässigen Bass-Bariton Äneas Humm wurde 2022 der OPUS KLASSIK sowie der Förderpreis des Deutschlandfunks verliehen.
zur Website der Veranstalter:in
Maria Zaitseva, Cello • Mira Alkhovik, Sopran • Aeneas Humm, Bass • Zürcher Kantorei zu Predigern • Berner Kantorei • Neues Zürcher Orchester (NZO) • Martin Studer und Johannes Günther, Leitung
Predigerkirche
Zähringerplatz 6
8001 Zürich