Filmpodium

Mi, 09.10.2019 | 15:00 - 16:21 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Los olvidados

Luis Buñuel (Mexiko 1950)

Luis Buñuel – Das Frühwerk
Luis Buñuel (1900–1983) war eine der prägendsten Regiepersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Mit Un chien andalou (1929) und L’âge d’or (1930) wurde er zum Vater des surrealistischen Kinos, doch der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs unterbrach seine Laufbahn und führte ihn via USA nach Mexiko, wo er erst 1946 wieder selber Regie führen konnte.

«Der eben erst aus dem Knast entlassene Jaibo, grossmäuliger Anführer einer Kinder- und Jugendbande, wird von Pedro, einem eher zurückhaltenden Jungen, dabei beobachtet, wie er einen jungen Arbeiter, den er für einen Verräter hält, umbringt. Jaibo lässt Pedro ziehen, bürdet ihm jedoch absolutes Stillschweigen auf.
Luis Buñuel kam 1947 nach Mexiko und versuchte, in der dortigen Filmindustrie Fuss zu fassen. Nach dem Erfolg seiner Mainstream-Komödie El gran calavera gestattete ihm sein Produzent, einen Film nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Los olvidados, gedreht in Slums unweit vom Zentrum von Mexiko-Stadt, zeigt in harten, aber unterkühlten Bildern eine von Gewalt und Grausamkeit beherrschte Gesellschaft. Los olvidados schockierte das an kommerzielle Melodramen und Komödien gewöhnte mexikanische Publikum. Buñuel wurde in Mexiko als ‹Nestbeschmutzer› beschimpft, aber 1951 in Cannes ausgezeichnet.» (Programm Filmpodium, Nov./Dez. 2010)

81 Min. / sw / DCP / Sp/d*

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Informationen

Daten und Tickets

17.10.2019
15:00 - 16:21 UHR

18.10.2019
20:45 - 22:06 UHR

Besetzung / Künstler

Regie: Luis Buñuel
Drehbuch: Luis Buñuel, Luis Alcoriza, Max Aub (Mitarbeit), Pedro de Urdimalas (Mitarbeit)
Kamera: Gabriel Figueroa
Musik: Rodolfo Halffter, Gustavo Pittaluga
Schnitt: Carlos Savage
Besetzung: Alfonso Mejía (Pedro), Roberto Cobo (El Jaibo), Stella Inda (Marta, Pedros Mutter), Miguel Inclán (Don Carmelo, der Blinde), Alma Delia Fuentes (Meche), Héctor López Portillo (Richter), Francisco Jambrina (Direktor der Reformschule), Efraín Arauz (Cacarizo), Javier Amezcua (Julián), Mario Ramírez (Ojitos), Salvador Quiros (Schmied), Jesús García Navarro (Julíans Vater)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


Weitere Veranstaltungen

Strange Victory: Leo Hurwitz (Oktober)

Un chien andalou/L'âge d'or: Un chien andalou (Frankreich 1928)
«Der grosse Klassiker des surrealistischen Films, der in Zusammenarbeit von Luis Buñuel und Salvador Dalí entstanden ist. Buñuel ist am Anfang des Filmes zu sehen, wie er ein Rasiermesser schleift, mit dem ein Auge zerschnitten wird – einer der berühmtesten Schockmomente der Filmgeschichte.» (Bonner Sommerkino 2004)
«Einige Szenen sind bewusst als anarchische Provokation gedacht, andere lassen sich als poetische Metaphern deuten – insgesamt attackieren die vieldeutigen Bilder nachhaltig die herkömmlichen Vorstellungen von Ratio und Normalität. An deren Stelle tritt die Logik des Traums, die auflösende Kraft der Fantasie.» (Lexikon des int. Films)
L'âge d'or (Frankreich 1930)
Aus dem verspielten «épater le bourgeois» von Un chien andalou wird jetzt blutiger Ernst:
«Gezeigt wird ein Liebespaar, das am Vollzug seiner Liebe durch die ‹etablierten Ordnungsmächte› gehindert wird. Eine ‹normale› Handlung gibt es allerdings in diesem Film nicht. Die Geschichte einer Amour fou, einer unbedingten, alle Konventionen verachtenden Liebe wird unterbrochen, kontrastiert und kommentiert durch Wochenschaubilder und durch Sequenzen eines Dokumentarfilms über Skorpione. Die ‹Ordnungsmächte› – Kirche, Militär, Familie – werden in berühmt gewordenen Sequenzen attackiert. (…) Der Schluss des Films ist eine deutliche Anspielung auf die ‹120 Tage von Sodom› des Marquis de Sade: Vier Männer verlassen ein Schloss, in dem sie 120 Tage in wildesten Ausschweifungen verbracht haben; einer von ihnen sieht aus wie eine populäre Christus-Darstellung. Dieser Film schockierte die bürgerliche Welt.» (Reclams Filmführer)
Die Vorführung des Films in Paris wurde durch rechtsextreme Krawallmacher gestört; der Polizeipräfekt Chiappe nahm dies zum Vorwand, den Film zu verbieten. Erst 1981 wurde L’âge d’or in Frankreich freigegeben.
Die 4K-Restaurierung wurde von der Cinémathèque française und dem Centre Pompidou, MNAM-CCI/Service du cinéma expérimental, mit Unterstützung von Pathé und Maison de Champagne Piper-Heidsieck, Sponsoren der Cinémathèque française, durchgeführt. Die Arbeiten am Bild wurden im Hiventy-Labor, die am Ton im L.E. Diapason-Studio unter Verwendung der originalen Nitratbild- und Tonnegative und von Sicherungselementen durchgeführt.
Das ursprüngliche Nitratbildnegativ wurde durch Immersion gescannt und das Tonnegativ wurde unter Berücksichtigung des noch unvollkommenen Nachsynchronisationssystems von 1930 wiederhergestellt. Eine damalige Vorführkopie wurde als Referenz für die Lichtbestimmung verwendet. Die Fehler, wie sie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion auftreten, wurden bewusst erhalten. Einige der im Zerfall begriffene Einstellungen wurden durch Zwischenkopien aus der 1993 vom Centre Pompidou durchgeführten Analog-Restaurierung ersetzt. Ebenso ermöglichten es die Sicherungselemente, die fehlenden Rollen der Tonspur zu vervollständigen


(Oktober)

Do the Right Thing: Spike Lee (USA 1989) (Oktober)

Sankofa: Haile Gerima (Burkina Faso/USA/Deutschland 1993) (Oktober)

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Drylongso: Cauleen Smith (USA 1998) (Oktober, November)

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La permission: Melvin Van Peebles (Frankreich 1968) (Oktober)

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