Filmpodium

Mi, 20.11.2019 | 20:45 - 22:20 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

El ángel exterminador (El ángel exterminador)

Luis Buñuel (Mexiko/Spanien 1962)

Luis Buñuel – Das Spätwerk
Nach seinen surrealistischen Anfängen in Paris setzte Luis Buñuel (1900–1983) ab 1946 seine Regietätigkeit in der mexikanischen Filmindustrie fort. In den anfänglich eher kommerziellen, billigen Produktionen wird zunehmend eine persönliche Weltsicht spürbar. Der zweite Teil unserer Retrospektive ist diesen Filmen gewidmet sowie jenen Werken, die er nach seiner Rückkehr nach Europa realisierte und die das europäische Filmschaffen der sechziger und siebziger Jahre prägten.

Nach dem Skandalerfolg von Viridiana stand Buñuel für seinen nächsten Film ein grosses Budget zur Verfügung, und sein Produzent liess ihm viele Freiheiten. Inspiriert vom Theaterstück «Los náufragos», erzählt El ángel exterminador von einem Ehepaar, das nach einer Opernpremiere in seine Villa zum eleganten Abendessen einlädt. Ohne ersichtlichen Grund suchen die Bediensteten bald das Weite, und nach dem Essen schaffen es die Gäste nicht, das Haus zu verlassen. Tagelang sind sie gezwungen, den unerklärlich zwanghaften Zustand zu ertragen, wobei die Maske der Zivilisation mehr und mehr von ihnen abfällt und sie zunehmend verwahrlosen. Erst die Rekonstruktion der Ausgangssituation bricht den Bann, doch beim Dankgottesdienst in der nahen Kirche scheint sich das Unerklärliche zu wiederholen.
«Das Ein- oder Ausgeschlossensein ist ein häufiges Grundmuster der Filme Buñuels, ein anderes die Unmöglichkeit der Wunscherfüllung. (…) Der Regisseur, selbst ein Kind des spanisch-katholischen Grossbürgertums, variiert eines seiner Lieblingsthemen: den diskreten Charme der Bourgeoisie, die Faszination einer Gesellschaftsschicht, bei der die Fallhöhe zwischen vornehmer Etikette und völliger Haltlosigkeit besonders gross erscheint. (…) So gepflegt, wie sich die erlauchte Gesellschaft zu Anfang gibt, so gepflegt wirkt seine Inszenierung.» (Leonore Poth, Metzler Film Lexikon)
«Eine der surrealsten und einfallsreichsten Parabeln Buñuels: über die bürgerliche Gesellschaft als Gefangene ihrer selbst.» (Bruno Jaeggi, BaZ)

95 Min. / sw / DCP / Sp/e

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

16.12.2019
20:45 - 22:20 UHR

Besetzung / Künstler

Regie: Luis Buñuel
Drehbuch: Luis Buñuel, Luis Alcoriza
Autor: José Bergamín
Kamera: Gabriel Figueroa
Musik: Domenico Scarlatti, Pietro Domenico Paradisi, gregorianische Gesänge
Schnitt: Carlos Savage
Besetzung: Silvia Pinal (Leticia), Enrique Rambal (Edmundo Nobile), Lucy Gallardo (Lucía Nobile), Jacqueline Andere (Alicia Roc), Augusto Benedico (Doktor), José Bavierra (Leandro Gómez), Luis Beristáin (Cristián Ugalde), Antonio Bravo (Russell), Claudio Brook (Julio, Majordomus)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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Charley Chase (1893–1940) war bereits ein arrivierter Filmemacher, als Leo McCarey bei den Hal Roach Studios anheuerte. Chase wechselte vor die Kamera, und McCarey drehte mit ihm klassische Komödien über einen sympathischen Durchschnittsbürger, der in aussergewöhnliche Bredouillen gerät.
Good Night, Nurse! (USA 1918)
Der betrunkene Fatty möchte in einem Lokal Schutz vor dem Unwetter suchen, aber der Besitzer lässt ihn nicht mehr herein. Als er endlich nach Hause kommt, hat seine Frau beschlossen, ihn in ein Sanatorium einzuweisen, um ihn von seiner Trunksucht zu kurieren. Da ihm der Chefarzt der Heilanstalt kein Vertrauen einflösst, versucht Fatty mit einer hübschen Patientin abzuhauen.
Von den Slapstick-Komikern der 1910er-Jahre konnte sich nur Charlie Chaplin in Sachen Ruhm mit Roscoe «Fatty» Arbuckle (1887–1933) messen. Er war ein gewaltiger Star, der auch als Entdecker von Buster Keaton in die Filmgeschichte einging. In Good Night, Nurse! (1918) ist Keaton noch nicht das «Stoneface» und zeigt als flirtender Chefarzt virtuoses Mienenspiel.
The «High Sign» (USA 1921)
Buster heuert bei einer Schiessbude an und gibt sich gegenüber dem Besitzer als Meisterschütze aus. Der Mann ist Chef einer Gangsterbande, deren Mitglieder sich mit einem kuriosen Handzeichen identifizieren. Er befiehlt Buster, den Geizkragen Nicklenurser umzubringen. Aber Nicklenurser und seine Tochter haben soeben Buster als Leibwächter engagiert.
Buster Keaton (1895–1966) drehte The «High Sign» 1921 als ersten Kurzfilm in Eigenregie. Veröffentlicht hat er ihn aber erst später, vermutlich weil er mit der Gestaltung seines Stils und seiner Figur noch nicht zufrieden war. Auch deshalb war der Film eher selten zu sehen, obschon er höchst unterhaltsam ist.
Big Business (USA 1929)
Stan und Ollie hausieren im sonnigen Kalifornien mit Christbäumen. Einer ihrer potenziellen Kunden reagiert unwirsch, als sie bei ihm klingeln. Es kommt zu einer fatalen Eskalation.
Leo McCarey inszenierte diesen Klassiker des rabiaten Slapsticks, in dem das von ihm geschaffene Komiker-Duo Stan Laurel (1890–1965) und Oliver Hardy (1892–1957) seiner Rachsucht und seinem Zerstörungstrieb freien Lauf lässt.
Mabel's Strange Predicament (USA 1914)
Mabel wartet im Hotel auf ihren Liebsten und wird von einem betrunkenen Landstreicher belästigt. Auf ihrer Flucht vor dem zudringlichen Verehrer gerät sie in Teufels Küche.
Mabel Normand (1892–1930) war nicht nur als Model und Schauspielerin erfolgreich, sie führte auch bei zahlreichen Filmen Regie, auch bei Mabel's Strange Predicament (1914). Darin hat Charlie Chaplin seinen zweiten Auftritt überhaupt in der Rolle des Tramps.
(Januar)

Dragnet Girl (Hijosen no onna): Yasujiro Ozu (Japan 1933) (Januar)

The Blot: Lois Weber (Januar)

The Shining (Extended Version): Stanley Kubrick (GB/USA 1979) (Januar, Februar)

Kohlhiesels Töchter: Ernst Lubitsch (Januar)

Borderline: Kenneth Macpherson (Januar)

Georgy Girl: Silvio Narizzano (GB 1966) (Januar, Februar)

Pandora and the Flying Dutchman: Albert Lewin (GB 1951) (Januar, Februar)

Dr. Jekyll and Mr. Hyde: John S. Robertson (USA 1920) (Januar)

Kain und Artjom (Kain i Artem): Pawel Petrow-Bytow (UdSSR 1929) (Februar)

In My Room: Ayelet Albenda (Israel/USA/GB 2017) (Februar)

Erde (Semlja): Alexander Dowshenko (Februar)

The Covered Wagon: James Cruze (USA 1923) (Februar)

Peppermint Frappé: Carlos Saura (Spanien 1967) (Februar)

Die Galgentoni (Tonka Šibenice): Karl Anton (Tschechoslowakei/Deutschland 1930) (Februar)

The Verdict: Sidney Lumet (USA 1982) (Februar)

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