Filmpodium

Do, 18.04.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Bram Stoker's Dracula

Francis Ford Coppola (USA 1992)

Francis Ford Coppola zum 80. Geburtstag
Independentfilmer, Anti-Hollywoodmogul, Winzer, Familienmensch – Francis Ford Coppola, der am 7. April 80 Jahre alt wird, ist eine schillernde, überlebensgrosse Figur. Seine kometenhafte Karriere vom Schundbastler über den New-Hollywood-Autorenfilmer zum gefeierten Epiker und Blockbuster-Schöpfer erfuhr einen jähen Absturz als Pleitier und mündete in eine Rückkehr zu einem persönlicheren, selbstbestimmten Filmschaffen.

Der transsilvanische Vampir Dracula zieht nach London, um Mina, die Braut seines Anwalts Jonathan Harker, zu verführen, in der er die Wiedergeburt seiner grossen Liebe erkennt.
«Bram Stoker’s Dracula ist kein Horrorfilm, schon eher ein Spiel mit den Ingredienzien des Genres, die ihre Bedrohlichkeit längst verloren und einen rein ästhetischen Reiz gewonnen haben. Auch deshalb ist Dracula ein Film von dichtester Textur: buchstabengetreue Aufbereitung des Romans ebenso wie Rückblick in die Filmgeschichte der Figur. (...) Zum wohlbekannten Gang der Geschichte um Jonathan Harkers Transsilvanienreise und den Einfall Draculas in das viktorianische London gesellt sich neu eine Reihe von Romanelementen, die in der Filmgeschichte bisher unter den Tisch fielen: etwa die Figur des Texaners Quincey P. Morris, der den Vampir mit einer Winchesterbüchse perforiert, oder das Finale quer durch den ostmitteleuropäischen Raum. Auch die mehrschichtige Erzählstruktur des Films geht auf den Roman zurück, eine Verschlingung von Standpunkten und Perspektiven, die Coppola wie Stoker anhand von Briefen, Tagebuchnotizen und im Fall des Grafen sogar anhand einer subjektiven Stop-Motion-Kamera sichtbar macht. Erst zum Schluss gibt Coppola die komplexen Überblendungen und Verschachtelungen auf und überlässt die Geschichte ihrem linearen Lauf.
Was am Ende alles dabei herauskommt, muss mehr sein, als vom Regisseur ursprünglich beabsichtigt wurde. In gut zwei Stunden durcheilt er Stokers 400 Seiten schweres Buch, unter Verdichtungszwang atemberaubend zwischen den Schauplätzen und Ebenen des Films hin und her schneidend, von einer Parallelmontage zur nächsten. Wie er es dennoch fertigbringt, dass seine Protagonisten zur Ruhe kommen, verrät die vielleicht grösste Stärke dieses Regisseurs: Was Coppola in den besten Momenten seiner Filme zusammenzwingt, ist die Balance zwischen opernhafter Bombastik und präziser Fingerspitzenarbeit. Seine gelungensten Sequenzen, auch und gerade in Dracula, sind Umrahmungen des orchestrierten Chaos, eine bildhafte Kakofonie, aber eine aufs Strengste choreografierte.» (Roger Köppel, NZZ, 19.2.1993)

128 Min. / Farbe / 35 mm / E/d/f

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Francis Ford Coppola
Drehbuch: James V. Hart
Autor: Bram Stoker
Kamera: Michael Ballhaus
Musik: Wojciech Kilar
Schnitt: Nicholas G. Smith, Anne Goursaud
Besetzung: Gary Oldman (Vlad Dracul/Graf Dracula), Winona Ryder (Elisabeta/Mina), Anthony Hopkins (Prof. Van Helsing), Keanu Reeves (Jonathan Harker), Bill Campbell (Morris), Richard E. Grant (Dr. Stewart), Tom Waits (Renfield), Sadie Frost (Lucy)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


Weitere Veranstaltungen

Romeo und Julia auf dem Dorfe: Valérien Schmidely, Hans Trommer (Schweiz 1941) (Juli)

Die sieben Samurai (Shichinin no samurai): Akira Kurosawa (Japan 1954) (Juli)

Der Mann, der seinen Mörder sucht: Robert Siodmak (Deutschland 1931) (Juli)

Engel der Verlorenen (Yoidore tenshi): Akira Kurosawa (Japan 1948) (Juli)

Der Grüne Heinrich: Thomas Koerfer (Schweiz/Frankreich 1993) (Juli)

Was Frauen träumen: Géza von Bolváry (Deutschland 1933) (Juli)

Ein streunender Hund (Nora inu): Akira Kurosawa (Japan 1949) (Juli, August)

Rashomon: Akira Kurosawa (Japan 1950) (Juli)

Skandal (Shubun): Akira Kurosawa (Japan 1950) (Juli, August)

Midnight Cowboy: John Schlesinger (Juli)

Midnight: Mitchell Leisen (USA 1939) (Juli)

Das Fähnlein der sieben Aufrechten: Simon Aeby (Schweiz 2000) (Juli)

Mifune: The Last Samurai: Steven Okazaki (USA 2015) (Juli, August, September)

Z: Constantin Costa-Gavras (Frankreich/Algerien 1969) (Juli, August)

Five Graves to Cairo: Billy Wilder (USA 1943) (Juli, August)

The Apartment: Billy Wilder (USA 1960) (Juli, August)

The Major and the Minor: Billy Wilder (USA 1942) (Juli, August)

Fedora: Billy Wilder (Frankreich/BRD 1978) (Juli, September)

Flitzer: Peter Luisi (Schweiz 2017) (Juli)

Die verborgene Festung (Kakushi toride no san-akunin): Akira Kurosawa (Japan 1958) (Juli, August)

Mauvaise graine: Billy Wilder, Alexandre Esway (Frankreich 1934) (Juli, August)

Bluebeard's Eighth Wife: Ernst Lubitsch (USA 1938) (Juli)

Das stumme Duell (Shizukanaru ketto): Akira Kurosawa (Japan 1949) (Juli, August)

Ninotchka: Ernst Lubitsch (USA 1939) (Juli)

Das Schloss im Spinnwebwald (Kumonosu-jo): Akira Kurosawa (Japan 1957) (Juli, August)

Double Indemnity: Billy Wilder (USA 1944) (Juli, August)

Kiss Me, Stupid: Billy Wilder (USA 1964) (Juli, August)

The Lost Weekend: Billy Wilder (USA 1945) (Juli, August)

Kes: Ken Loach (Juli, August)

A Foreign Affair: Billy Wilder (USA 1948) (Juli, August)

Witness for the Prosecution: Billy Wilder (USA 1957) (August)

Love in the Afternoon: Billy Wilder (USA 1957) (August, September)

Sanjuro (Tsubaki Sanjuro): Akira Kurosawa (Japan 1962) (August, September)

Yojimbo: Akira Kurosawa (Japan 1961) (August, September)

The Spirit of St. Louis: Billy Wilder (USA 1957) (August)

Stalag 17: Billy Wilder (USA 1953) (August)

Manhattan: Woody Allen (USA 1979) (August)

Sabrina: Billy Wilder (USA 1954) (August)

Die Bösen schlafen gut (Warui yatsu hodo yoku nemuru): Akira Kurosawa (Japan 1960) (August, September)

Sunset Boulevard: Billy Wilder (USA 1950) (August)

Die Blechtrommel: Volker Schlöndorff (BRD/Frankreich 1979) (August)

Mad Max: George Miller (Australien 1979) (August)

Rotbart (Akahige): Akira Kurosawa (Japan 1965) (August)

The Seven Year Itch: Billy Wilder (USA 1955) (August, September)

The Fortune Cookie: Billy Wilder (USA 1966) (August)

The Big Carnival: Billy Wilder (USA 1951) (August)

Avanti!: Billy Wilder (USA 1972) (August, September)

Some Like It Hot: Billy Wilder (USA 1959) (August, September)

L'héritage des 500 000 (Gojuman-nin no isan): Toshiro Mifune (Japan 1963) (August, September)

The Front Page: Billy Wilder (USA 1974) (August, September)

Monty Python's Life of Brian: Terry Jones (GB 1979) (August, September)

One, Two, Three: Billy Wilder (USA 1961) (August, September)

Les petites fugues: Yves Yersin (Schweiz/Frankreich 1979) (August, September)

Geschichten vom Kübelkind – Teil 1: Kübelkinds Kindheit (BRD 1971)
Diese Geschichte sollte man sich auf jeden Fall ansehen! Eine Nachgeburt macht sich selbständig..., dann aber kommt die Wohlfahrt.
Alte Männer (BRD 1971)
Wenn Kübelkind es will, stehen manche Männer ganz schnell in der Unterhose da.
Kübelsyndrom (BRD 1971)
Etwas über die Fähigkeit unserer Gesellschaft, alles zu verstehen, zu verzeihen und zu vergelten.
Katzen haben Flöhe (BRD 1971)
Kübelkind tut so, als würde es schlafen. Weil es gerne wissen möchte, was dann passieren kann. Aber die Stiefmutter kommt dazwischen.
Kübelkind lernt ein Scheissspiel (BRD 1971)
Kübelkind erfährt am eigenen Arsch, wie zwischen Streicheln und Hauen ein spassiger Zusammenhang entsteht.
Kübelkind lernt nein sagen (BRD 1971)
Kübelkind feiert eine Hochzeit, aber im entscheidenden Augenblick wird es trotzig, worauf die Waffen sprechen.
Murmeltier lernt tanzen (BRD 1971)
Kübelkind soll für den Jahrmarkt erzogen werden, singt schöne Lieder, beschimpft die Leute und brennt mit der Kasse durch.
Freiheit durch Al Capone (BRD 1971)
Kübelkind redet dauernd von Revolution, aber Al Capone, die Sau, von etwas ganz anderem.
Des Hauses Schmuck ist Reinlichkeit (BRD 1971)
Kübelkind unter der Dusche, im Regen und in der Traufe.
Eine Kaufhausdiebin (BRD 1971)
Nach einem schönen Kaufhausbummel sitzt Kübelkind auf dem Schoss einer Kollegin und macht nur ein bisschen mit.
Kübelkind hat einen guten Menschen zum Fressen gern (BRD 1971)
Liebe geht durch den Magen, aber manchmal verdirbt man sich ihn dabei.
(September)

Geschichten vom Kübelkind – Teil 2: Kübelkind wird glatt und rund (BRD 1971)
Kübelkind erlebt einen Erziehungsversuch durch einen geistlichen Herrn, der genau weiss, was gut tut.
Ein ganz kleines Glück (BRD 1971)
Kübelkind treibt es mit den Früchten des Feldes.
Kübelkind erzählt einer Königin ein Märchen (BRD 1971)
Eine Geschichte zum Hinhören und Zuschauen.
Kübelkind lernt einen Lord kennen und wird aufgehängt (BRD 1971)
Das stimmt, aber die Rache ist ganz besonders süss.
Besonders nette Eltern (BRD 1971)
Kübelkind muss lernen, dass ein Beischlaf auch dann von Übel ist, wenn er auf dem Klo vollzogen wird.
Niedrig gilt das Geld auf dieser Erde (BRD 1971)
Kübelkind geht auf den Strich und wird dafür ermordet.
Alle Macht den Vampiren (BRD 1971)
Es ist kaum zu glauben, wie viele Vampire es geben könnte. Kübelkind ruft sie zu einer grossen Demonstration auf.
Die Hexe soll brennen (BRD 1971)
Muss Kübelkind auf dem Scheiterhaufen enden? Kommt eine Rettung von oben?
Kübelkind reitet für den König (BRD 1971)
Der grösste Film aller Zeiten. Intrigen, alte Gemäuer, quietschende Fussböden, die Königin schläft mit dem falschen Mann, Kübelkind heiratet D’Artagnan und reitet auf einem weissen Pferd, noch mehr Intrigen und Kübelkind macht mit. Dafür soll sie am Ende an allem schuld sein.
Das Bankkonto im Walde (BRD 1971)
Kübelkind glaubt an unser Kreditwesen. Muss deshalb aus dem vierten Stock eines Hauses springen und ein trauriges Lied singen.
Kübelkind ersäuft Kübelkinder (BRD 1971)
Dazu gibt es schöne Musik und alles ist sehr poetisch.
(September)

Buddy Buddy: Billy Wilder (USA 1981) (September)

Alien: Ridley Scott (GB/USA 1979) (September)

Irma la Douce: Billy Wilder (USA 1963) (September)

Geschichte der Nacht: Clemens Klopfenstein (Schweiz/BRD 1979) (September)

Red Sun: Terence Young (Spanien/Italien/Frankreich 1971) (September)

Hell in the Pacific: John Boorman (USA 1968) (September)

High and Low (Tengoku to jigoku): Akira Kurosawa (Japan 1963) (September)

Die Ewigkeit und ein Tag (Mia eoniotita ke mia mera): Theo Angelopoulos (Griechenland/Frankreich 1998) (September)

Arrietty – Die wundersame Welt der Borger (Kari-gurashi no Arietti): Hiromasa Yonebayashi (Japan 2010) (September)

Zauberlaterne (September)

Palaver, Palaver – Eine Schweizer Herbstchronik 1989: Alexander J. Seiler (Schweiz 1990) (September)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (1/12) (September)

Auf Streife (Minjing gushi): Ning Ying (China 1995) (September)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (2/12) (September)