Filmpodium

Do, 13.06.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Domicile conjugal

François Truffaut (Frankreich/Italien 1970)

François Truffaut
Man darf von François Truffaut sagen, was er als junger Filmkritiker über George Cukor, einen Bruder im Geiste, schrieb: Von fünf seiner Filme ist einer ein Meisterwerk, drei sind sehr gut und der fünfte ist bestimmt interessant. Ebenso Mitbegründer der Nouvelle Vague wie Erbe von Jean Renoir und Jünger von Alfred Hitchcock, hat Truffaut ein Werk geschaffen, das vital und vielfältig ist und das oft von starken Frauenfiguren dominiert wird, denen die Männer zu Füssen liegen oder zum Opfer fallen.

Antoine Doinel hat Christine geheiratet, mit ihr eine behagliche Wohnung bezogen und verkauft selbst gefärbte Blumen, während sie Violinstunden erteilt. Als Christine schwanger wird, zerstreiten sich die beiden bei Diskussionen über Namen und Zukunft ihres Kindes, und Antoine bandelt mit einer Japanerin an.
«Am Ende von Les quatre cents coups erwarteten wir wohl, dass Antoine zu irgendeinem aussergewöhnlichen Menschen heranwachsen würde, aber wir haben uns geirrt. Truffaut hat ihn zu einem freundlichen, recht gewöhnlichen jungen Mann von Anfang zwanzig altern lassen, und in Domicile conjugal ist Antoine tatsächlich verbürgerlicht. (...)
Truffaut selbst hat sich im letzten Jahrzehnt enorm verändert, und Antoines Geschichte ist zu einer Autobiografie geworden, nicht von Truffauts Leben, sondern von seiner Kunst. Seine Filme geben einem das Gefühl, er sei einer der sanftmütigsten und zivilisiertesten Regisseure überhaupt und dass er die Ereignisse des normalen menschlichen Lebens genauso faszinierend findet wie heroische oder melodramatische Themen. Domicile conjugal ist einer der anständigsten und liebevollsten Filme, an die ich mich erinnern kann. Wenn er nicht ganz den Ausgang darstellt, den wir uns für Antoine erhofft hätten, sei’s drum.» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 4.5.1971)

101 Min. / Farbe / DCP / F/d*

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: François Truffaut
Drehbuch: François Truffaut, Claude de Givray, Bernard Revon
Kamera: Néstor Almendros
Musik: Antoine Duhamel
Schnitt: Agnès Guillemot
Besetzung: Jean-Pierre Léaud (Antoine Doinel), Claude Jade (Christine Doinel), Barbara Laage (Monique), Hiroko Berghauer (Kyoko), Daniel Boulanger (Opernsänger), Daniel Ceccaldi (Lucien Darbon), Claire Duhamel (Mme Darbon), Danièle Girard (Ginette, Kellnerin), Billy Kearns (mexikanischer Unternehmer)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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«Der grosse Klassiker des surrealistischen Films, der in Zusammenarbeit von Luis Buñuel und Salvador Dalí entstanden ist. Buñuel ist am Anfang des Filmes zu sehen, wie er ein Rasiermesser schleift, mit dem ein Auge zerschnitten wird – einer der berühmtesten Schockmomente der Filmgeschichte.» (Bonner Sommerkino 2004)
«Einige Szenen sind bewusst als anarchische Provokation gedacht, andere lassen sich als poetische Metaphern deuten – insgesamt attackieren die vieldeutigen Bilder nachhaltig die herkömmlichen Vorstellungen von Ratio und Normalität. An deren Stelle tritt die Logik des Traums, die auflösende Kraft der Fantasie.» (Lexikon des int. Films)
L'âge d'or (Frankreich 1930)
Aus dem verspielten «épater le bourgeois» von Un chien andalou wird jetzt blutiger Ernst:
«Gezeigt wird ein Liebespaar, das am Vollzug seiner Liebe durch die ‹etablierten Ordnungsmächte› gehindert wird. Eine ‹normale› Handlung gibt es allerdings in diesem Film nicht. Die Geschichte einer Amour fou, einer unbedingten, alle Konventionen verachtenden Liebe wird unterbrochen, kontrastiert und kommentiert durch Wochenschaubilder und durch Sequenzen eines Dokumentarfilms über Skorpione. Die ‹Ordnungsmächte› – Kirche, Militär, Familie – werden in berühmt gewordenen Sequenzen attackiert. (…) Der Schluss des Films ist eine deutliche Anspielung auf die ‹120 Tage von Sodom› des Marquis de Sade: Vier Männer verlassen ein Schloss, in dem sie 120 Tage in wildesten Ausschweifungen verbracht haben; einer von ihnen sieht aus wie eine populäre Christus-Darstellung. Dieser Film schockierte die bürgerliche Welt.» (Reclams Filmführer)
Die Vorführung des Films in Paris wurde durch rechtsextreme Krawallmacher gestört; der Polizeipräfekt Chiappe nahm dies zum Vorwand, den Film zu verbieten. Erst 1981 wurde L’âge d’or in Frankreich freigegeben.
Die 4K-Restaurierung wurde von der Cinémathèque française und dem Centre Pompidou, MNAM-CCI/Service du cinéma expérimental, mit Unterstützung von Pathé und Maison de Champagne Piper-Heidsieck, Sponsoren der Cinémathèque française, durchgeführt. Die Arbeiten am Bild wurden im Hiventy-Labor, die am Ton im L.E. Diapason-Studio unter Verwendung der originalen Nitratbild- und Tonnegative und von Sicherungselementen durchgeführt.
Das ursprüngliche Nitratbildnegativ wurde durch Immersion gescannt und das Tonnegativ wurde unter Berücksichtigung des noch unvollkommenen Nachsynchronisationssystems von 1930 wiederhergestellt. Eine damalige Vorführkopie wurde als Referenz für die Lichtbestimmung verwendet. Die Fehler, wie sie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion auftreten, wurden bewusst erhalten. Einige der im Zerfall begriffene Einstellungen wurden durch Zwischenkopien aus der 1993 vom Centre Pompidou durchgeführten Analog-Restaurierung ersetzt. Ebenso ermöglichten es die Sicherungselemente, die fehlenden Rollen der Tonspur zu vervollständigen


(Oktober)

Strange Victory: Leo Hurwitz (Oktober)

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Milli Vanilli: From Fame to Shame: Oliver Schwehm (Deutschland 2015) (Oktober)

Uptight: Jules Dassin (USA 1968) (Oktober, November)

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Losing Ground: Kathleen Collins (USA 1982) (Oktober, November)

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Touki Bouki: Djibril Diop Mambéty (Senegal 1973) (Oktober)

Drylongso: Cauleen Smith (USA 1998) (Oktober, November)

Rue Cases-Nègres: Euzhan Palcy (Frankreich 1983) (Oktober, November)

La permission: Melvin Van Peebles (Frankreich 1968) (Oktober)

Night Catches Us: Tanya Hamilton (USA 2010) (Oktober, November)

Before the Rain (Pred doždot): Milčo Mančevski (Mazedonien/GB/Frankreich 1994) (Oktober)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (5/12) (Oktober)

The Harder They Come: Perry Henzell (Jamaika 1972) (Oktober, November)

Subida al cielo : Luis Buñuel (Mexiko 1951) (Oktober)

Fête des vignerons (Oktober)

Boyz n the Hood: John Singleton (USA 1991) (Oktober, November)

Él: Luis Buñuel (Mexiko 1953) (Oktober, November)

The Killer (Die xue shuang xiong): John Woo (Hongkong 1989) (Oktober)

Cela s'appelle l'aurore: Luis Buñuel (Frankreich/Italien 1956) (Oktober, November)

Letter to My Cousin in China: Henion Han (Südafrika 1999) (Oktober)

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Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les choristes): Christophe Barratier (Frankreich/Schweiz/Deutschland 2004) (November)

Coffy: Jack Hill (USA 1973) (November)

Ensayo de un crimen: Luis Buñuel (Mexiko 1955) (November)

Rear Window: Alfred Hitchcock (USA 1954) (November)

My Left Foot: Jim Sheridan (Irland/GB 1989) (November)

The Garden: Derek Jarman (November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (7/12) (November)

Mossane: Safi Faye (Deutschland/Senegal 1996) (November)

Robinson Crusoe: Luis Buñuel (Mexiko/USA 1954) (November)

Jackie Brown: Quentin Tarantino (USA 1997) (November)

Sex, Lies, and Videotape: Steven Soderbergh (USA 1989) (November)

Abismos de pasión : Luis Buñuel (Mexiko 1953) (November)

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