Filmpodium

Fr, 21.02.2020 | 20:45 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Die Marquise von O...

Éric Rohmer (BRD/Frankreich 1976)

Éric Rohmer
1951 veröffentlichte Éric Rohmer (1920–2010) seinen ersten Artikel in den neu gegründeten Cahiers du cinéma. Ab 1962 widmete er sich ganz dem Filmemachen und realisierte bis 2007 über zwei Dutzend Filme, die er oft in Zyklen – etwa «Contes moraux» oder «Comédies et proverbes» – zusammenfasste. Wir zeigen seine schönsten Filme, in denen sich Lebensfreude und Melancholie subtil die Waage halten und die auf magische Art natürlich wirken.

Im Jahr 1799 herrscht Krieg. Bei der Eroberung des Anwesens wird die Marquise von O… von russischen Soldaten misshandelt. Ein Offizier der russischen Armee kommt ihr zu Hilfe. Wochen später entdeckt sie ihre Schwangerschaft, für die sie keine Erklärung findet. Ihre Eltern wollen sie verstossen, während sie in ihrem unverdriesslichen Glauben an ihre Unschuld beinahe zerbricht. Da taucht der inzwischen totgeglaubte Retter wieder auf und hält um die Hand der Marquise an.
«Rohmer hat dem seltsamen Novellenstoff seine ganze historische Fremdheit belassen und den umständlichen, jedoch präzisen und psychologisch scharf charakterisierenden Stil Kleists in eine völlig adäquate Bildgestaltung übertragen, eindringlich unterstützt vom Kameramann Néstor Almendros und einem grossartigen, homogenen Schauspielerensemble (von der Schaubühne Berlin), das mit traumwandlerischer Sicherheit eine Welt der Gefühle, in der höchstes Glück unvermittelt neben tiefster Verzweiflung steht, lebendig werden lässt.» (Urs Jaeggi, Zoom 12/1976)
105 Min. / Farbe / DCP / D/f

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

21.02.2020
20:45 - 22:30 UHR

03.03.2020
18:15 - 20:00 UHR

Besetzung / Künstler

Regie: Éric Rohmer
Drehbuch: Éric Rohmer
Autor: Heinrich von Kleist
Kamera: Néstor Almendros
Musik: Roger Delmotte
Schnitt: Cécile Decugis
Besetzung: Edith Clever (die Marquise), Bruno Ganz (der Graf), Peter Lühr (der Vater), Edda Seippel (die Mutter), Otto Sander (der Bruder), Ruth Drexel (die Hebamme), Eduard Linkers (der Arzt), Éric Rohmer (russischer Soldat)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
+41 (0)44 415 33 66
info@filmpodium.ch


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«Zweiter Teil von Rohmers sechsteiligem Zyklus ‹Moralische Geschichten›, der inszenatorisch noch nicht vollkommen ist, jedoch Handschrift und Absicht des Regisseurs erkennen lässt: Rohmer feiert den Sieg des ‹moralischen Instinkts› gegen das berechnende Kalkül. Eine intellektuelle Übung voller psychologischer Arabesken.» (Lexikon des int. Films)
La boulangère de Monceau (Frankreich 1963)
«Einfach, delikat und jazzig: Schon die erste der ‹Moralischen Geschichten› lässt erahnen, was den Rohmerschen Stil später auszeichnen wird: eine unspektakuläre, naturalistische Kameraarbeit, das ironische Voice-over des Ich-Erzählers und das Bild der ‹unergründlichen› Frau. Ein Jurastudent mit einem Auge für schöne Frauen und einem grossen Appetit stopft sich täglich mit Süssigkeiten und Gebäck voll, um die Aufmerksamkeit der hübschen brünetten Verkäuferin in einer altmodischen Pariser Bäckerei auf sich zu lenken. Doch ist er wirklich interessiert oder sucht er nur eine süsse Abwechslung?» (Criterion Collection)
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