Filmpodium

Fr, 17.05.2019 | 18:15 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Baisers volés

François Truffaut

François Truffaut
Man darf von François Truffaut sagen, was er als junger Filmkritiker über George Cukor, einen Bruder im Geiste, schrieb: Von fünf seiner Filme ist einer ein Meisterwerk, drei sind sehr gut und der fünfte ist bestimmt interessant. Ebenso Mitbegründer der Nouvelle Vague wie Erbe von Jean Renoir und Jünger von Alfred Hitchcock, hat Truffaut ein Werk geschaffen, das vital und vielfältig ist und das oft von starken Frauenfiguren dominiert wird, denen die Männer zu Füssen liegen oder zum Opfer fallen.

«Das zweite Meisterwerk der Serie. Wie Truffaut selbst einräumte, gehörte Antoine Doinel mit jedem Film ein wenig mehr Jean-Pierre Léaud, und in Baisers volés findet der Schauspieler seine Berufung als todernster Slapstick-Komiker und tauscht eine verpfuschte Jugend gegen übertriebene romantische Regungen ein. Nach seiner unehrenhaften Entlassung aus dem Militärdienst treibt sich Antoine in Paris herum und von einem Job zum andern (am denkwürdigsten ist seine Beschäftigung als glückloser Privatdetektiv) und von einer Verliebtheit zur nächsten, wobei er versucht, die simplen körperlichen Transaktionen mit den Prostituierten, die er besucht, mit dem unmöglichen Ideal der schönen Frau seines Arbeitgebers zusammenzubringen. In einer erstaunlichen Szene spricht der nervöse Antoine diese Fabienne irrtümlich als ‹Monsieur› an und flieht dann peinlich berührt, wobei der Film seinen Rückzug verfolgt, wenn der Augenblick der Komik in einen Schreckensmoment umkippt und irgendwann wieder zurück. Diese Sequenz enthält alles, was Truffaut zu einem aussergewöhnlichen Regisseur gemacht hat.» (Keith Phipps, film.avclub.com, 13.5.2003)
Baisers volés / 91 / sw / DCP / F/d*
Regie: François Truffaut
Drehbuch: François Truffaut, Claude de Givray, Bernard Revon
Kamera: Denys Clerval
Musik: Antoine Duhamel, (Chanson: Charles Trenet)
Schnitt: Agnès Guillemot
Besetzung: Jean-Pierre Léaud (Antoine Doinel), Claude Jade (Christine Darbon), Delphine Seyrig (Fabienne Tabard), Michael Lonsdale (Georges Tabard), Harry Max (M. Henri), Daniel Ceccaldi (Lucien Darbon), Claire Duhamel (Mme Darbon), Catherine Lutz (Catherine), André Falcon (M. Blady), Jacques Rispal (M. Colin), Paul Pavel (Julien)

Antoine et Colette / 21 / sw / 35 mm / F/d
Regie: François Truffaut
Drehbuch: François Truffaut
Kamera: Raoul Coutard
Musik: Georges Delerue
Schnitt: Claudine Bouché
Besetzung: Jean-Pierre Léaud (Antoine Doinel), Marie-France Pisier (Colette), Patrick Auffay (René), Rosy Varte (Colettes Mutter), François Darbon (Colettes Stiefvater), Henri Serre (Sprecher)

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