Filmpodium

Fr, 24.05.2019 | 20:45 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Das Neue Bauen: Living in a Material World

Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich? Teil 4: Neues Wohnen (Haus Gropius) (Deutschland 1926)
Wo wohnen alte Leute? (Deutschland 1931)
Die Neue Wohnung (Deutschland/Schweiz 1930)
Freidorf 1921-1923 (Schweiz 1923)
Freidorf 1939 (Schweiz 1939)

Bauhaus und Max Bill
Vor 100 Jahren, im Sommer 1919, begann mit der Gründung des Bauhauses in Weimar die Geschichte der wohl berühmtesten Kunsthochschule überhaupt. Neben traditionelle Kunstdisziplinen traten auch neuere wie Fotografie und Film. Vier Programme zeigen, wie der Film am Bauhaus verstanden wurde; sie werden ergänzt durch ein Filmporträt des Zürcher Bauhaus-Schülers Max Bill.


Insbesondere die medial versierten Direktoren Walter Gropius und Mies van der Rohe machten aus dem Bauhaus einen Markennamen, dank markanter Eigenschaften der Bauhaus-Produkte, aber auch dank geschicktem PR-Management. Die Filme zur Reformarchitektur belegen, dass der Mythos Bauhaus keineswegs erst in der Nachkriegszeit entsteht, sondern bereits in den 1920er-Jahren gezielt aufgebaut wurde. In dem von Gropius initiierten und kontrollierten PR-Film Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich? demonstriert seine Frau Ise mit Freundinnen und Hausmädchen die Vorteile der schrittsparenden Küche, leichter Freischwinger und frei drehbarer Beleuchtung, von Wischmopps und Bauhaus-Tee-Eiern. Wo wohnen alte Leute? zeigt ein sozial engagiertes Seniorenwohnheim in lichtdurchfluteter, funktionaler Architektur des Bauhausdozenten Mart Stam. Im Sinne des Neuen Bauens dreht Hans Richter für die Wohnungsbau-Ausstellung in Basel den PR-Film Die Neue Wohnung. Mit Witz und Ironie zerlegt er die «gute Stube» des Bürgertums in ihre Bestandteile, stürzt nutzlose Porzellanfiguren vom Vertiko und ersetzt Jugendstil-Zierrat durch nüchterne, zweckmässige Inneneinrichtung. Dass die PR-Filme vor allem Modernität ausstrahlen sollen, wird erst richtig deutlich, wenn man sie mit Amateurfilmen zur Architektur konfrontiert. Home Movies engagierter Beteiligter (Elektroingenieur, Sekretärin) vermitteln den Stolz auf Architektur und kollektive Aktivitäten in der Genossenschaftssiedlung Freidorf (Kanton Basel-Land), errichtet 1919–21 vom späteren Bauhausdirektor Hannes Meyer. Sie gilt als der bedeutendste Siedlungsbau der Schweiz der Zwischenkriegszeit.

Einführung: Thomas Tode
Am Flügel: Günter A. Buchwald










Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich? Teil 4: Neues Wohnen (Haus Gropius) / 26 / sw / Digital SD / Stummfilm
Regie: Richard Paulick


Wo wohnen alte Leute? / 13 / sw / Digital SD / Stummfilm, d Zw'titel
Regie: Ella Bergmann-Michel


Die Neue Wohnung / 29 / sw / 35 mm / Stummfilm, d Zw'titel
Regie: Hans Richter


Freidorf 1921-1923 / 10 / sw / Digital SD / Dialekt
Regie: Fritz Mattmüller


Freidorf 1939 / 10 / Farbe + sw / Digital SD / ohne Ton
Regie: Berty Stoll

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Einführung: Thomas Tode (20 Min.); mit Günter A. Buchwald am Flügel

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
+41 (0)44 415 33 66
info@filmpodium.ch


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