Filmpodium

Mi, 29.01.2020 | 20:45 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Morocco

Josef von Sternberg (USA 1930)

Das erste Jahrhundert des Films
In der Dauerreihe «Das erste Jahrhundert des Films» zeigen wir im Lauf von zehn Jahren rund 500 wegweisende Werke der Filmgeschichte. Die Auswahl jedes Programmblocks ist gruppiert nach Jahr­gängen, woraus sich schliesslich 100 Momentaufnahmen des Weltkinos von 1900 bis 1999 ergeben. Referenzzahl ist jeweils der aktuelle Jahrgang, d. h. im Jahr 2020 sind Filme von 1910, 1920, 1930 usw. zu sehen.

Die Nachtclubsängerin Amy gerät in einer marokkanischen Garnisonsstadt zwischen zwei Männer: Sie wird vom reichen Geschäftsmann La Bessière umworben und vom mittellosen Fremdenlegionär Tom Brown begehrt. Tom verzichtet auf Amy, sie heiratet La Bessière. Und als Tom verwundet wird, lässt Amy La Bessière im Stich und pflegt Tom gesund. Als er mit seiner Truppe in die Wüste marschieren muss, folgt sie ihm.
Josef von Sternberg inszeniert diese Dreiecksgeschichte mit grossem stilistischen Raffinement, lässt Marlene Dietrich in ihrem ersten Hollywoodfilm als androgynes, erotisch aufgeladenes Wesen erscheinen, das in Frack und Zylinder Männern wie Frauen gleichermassen den Kopf verdreht. Kameramann Lee Garmes’ von oben steil einfallendes Führungslicht, das ihr Gesicht aushöhlte und geheimnisvoll verschattete, sollte fortan zu ihrem Markenzeichen werden.
«Vermutlich Sternbergs definitives Stück Hollywoodkino. Wechselball von ‹thrill› und ‹fun›, ‹splendor› und ‹suspense›. Ein Lustspiel in der unmittelbarsten und ein erotischer Abenteuerfilm in der doppelten Bedeutung des Worts. Zum einen ein Pas de deux von Blicken, Sätzen und Gesten, die Marlene Dietrich und Gary Cooper einander in wollüstig knisternder Lässigkeit zuwerfen. Zum anderen ein Streifen, der Erotik und Glamour nicht bloss zum Thema erkürt, sondern hinreissend suggestiv in Film verwandelt. Jede Einstellung eine Verführung, jedes Bild eine Evokation. Gleissen von Licht und Seide, spielende Schatten, irisierender Schimmer auf der Geografie der Gesichter.» (Harry Tomicek, filmmuseum.at, 2/2017)
92 Min. / sw / DCP / E/d*

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

29.01.2020
20:45 - 22:23 UHR

16.03.2020
18:15 - 19:47 UHR

19.03.2020
20:45 - 22:17 UHR

20.03.2020
15:00 - 16:32 UHR

Besetzung / Künstler

Stummfilme mit Hans Hassler am Akkordeon

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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Frühe Filme von Éric Rohmer: La carrière de Suzanne (Frankreich 1963)
«Bertrand vertreibt sich gerne die Zeit mit seinem Kumpel Guillaume. In der Freundschaft der beiden schwingen jedoch mitunter Neid und Feindschaft mit. Als der Frauenheld Guillaume sein Spiel mit der lebhaften und unabhängigen Suzanne zu treiben scheint, beobachtet Bertrand das Ganze bitter, missbilligend und eifersüchtig. Mit grobkörnigen Schwarzweissbildern gelingt es Rohmer, das Pariser Lebensgefühl der 60er-Jahre einzufangen. Ein wunderbar bewegendes Porträt jugendlicher Naivität und komplizierter Bindungen von Freundschaft und Liebe.» (Criterion Collection)
«Zweiter Teil von Rohmers sechsteiligem Zyklus ‹Moralische Geschichten›, der inszenatorisch noch nicht vollkommen ist, jedoch Handschrift und Absicht des Regisseurs erkennen lässt: Rohmer feiert den Sieg des ‹moralischen Instinkts› gegen das berechnende Kalkül. Eine intellektuelle Übung voller psychologischer Arabesken.» (Lexikon des int. Films)
La boulangère de Monceau (Frankreich 1963)
«Einfach, delikat und jazzig: Schon die erste der ‹Moralischen Geschichten› lässt erahnen, was den Rohmerschen Stil später auszeichnen wird: eine unspektakuläre, naturalistische Kameraarbeit, das ironische Voice-over des Ich-Erzählers und das Bild der ‹unergründlichen› Frau. Ein Jurastudent mit einem Auge für schöne Frauen und einem grossen Appetit stopft sich täglich mit Süssigkeiten und Gebäck voll, um die Aufmerksamkeit der hübschen brünetten Verkäuferin in einer altmodischen Pariser Bäckerei auf sich zu lenken. Doch ist er wirklich interessiert oder sucht er nur eine süsse Abwechslung?» (Criterion Collection)
La sonate à Kreutzer (Frankreich 1956)
Ein junger, erfolgreicher Architekt beschliesst zu heiraten und wählt dafür in einem Jazzkeller, den er regelmässig besucht, eine unauffällige junge Frau aus, für die er allerdings nichts Besonderes empfindet. Sie entfremden sich rasch, und bald hat er sie im Verdacht, heimlich einen Kritiker zu treffen, den er ihr vorgestellt hatte. Um Gewissheit zu erlangen, stellt er ihnen eine Falle.
Neben Éric Rohmer in der Titelrolle und Jean-Luc Godard, der den Film produziert hat, tauchen auch andere legendäre Cineasten jener Zeit wie Claude Chabrol und François Truffaut kurz auf.
Bis 2013, als das CNC den Film restaurierte, war er nur zweimal in Arbeitskopien zu sehen.
(Februar)

Le silence de Lorna: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne (Belgien/Frankreich/Italien/Deutschland 2008) (Februar, März)

Les nuits de la pleine lune: Éric Rohmer (Frankreich 1984) (Februar, März)

Tomka and His Friends (Tomka dhe shokët e tij): Xhanfise Keko (Albanien 1977) (Februar, März)

L'ami de mon amie: Éric Rohmer (Frankreich 1987) (Februar, März)

L'arbre, le maire et la médiathèque: Éric Rohmer (Frankreich 1993) (Februar, März)

All Quiet on the Western Front: Lewis Milestone (USA 1930) (Februar, März)

Zauberlaterne (Februar)

Le rayon vert: Éric Rohmer (Frankreich 1986) (Februar, März)

Cold November (Nëntor i ftohtë): Ismet Sijarina (Februar, März)

Die Melodie des Meeres (Song of the Sea): Tomm Moore (Irland/Dänemark/Belgien/Luxemburg/Frankreich 2014) (Februar, März)

L'âge d'or: Luis Buñuel (Frankreich 1930) (März)

The Bride and the Curfew & The River That Never Runs Dry: The Bride and the Curfew (Albanien 1978)
Albanien während der deutschen Besetzung. Shpresa ist eine beherzte junge Partisanin, die nicht davor zurückschreckt, Kollaborateure zu töten. Vor allem aber stört sie die Nazis, weil sie überall in der Stadt politische Graffiti anbringt. Der neue deutsche Kommandant beschliesst, hart durchzugreifen. Er verhängt eine Ausgangssperre, riegelt die Stadt nach aussen ab und lässt überall nach Shpresa suchen. Die Widerstandskämpfer sehen nur eine Chance: Sie müssen Shpresa aus der Stadt schmuggeln, indem sie sie als Braut verkleiden. Ein riskantes Unterfangen ...
Aufgrund eines Drehbuchs von Ismail Kadares Frau Elena Kadare haben Kristaq Mitro und Ibrahim Muçaj einen rasanten und atmosphärischen Kriegsfilm inszeniert, der von Kujtim Laro mit fast Western-mässiger Musik untermalt ist. Wohl nicht ganz zufällig steht eine heldenhafte Frau im Mittelpunkt, die ihren männlichen Kampfgenossen in keiner Weise nachsteht. (mb)

The River That Never Runs Dry (Albanien 1989)
In einem verwüsteten winterlichen Bergdorf, wo nur noch ältere Witwen zu leben scheinen, verbergen sich versprengte Partisanen auf dem Rückzug vor den anrückenden Deutschen. Ein Paar nimmt einen kleinen verwaisten Jungen in seine Obhut, aber der Kleine weint und erregt die Aufmerksamkeit der Deutschen. Mit wenig Dialog, starken Bildern und viel Atmosphäre schildert Fatmir Koçi in seinem Diplomfilm eine düstere Episode aus dem Zweiten Weltkrieg. Das wurde dem Film von Viktor Gjika, dem regimetreuen Chef der albanischen Filmproduktion, angekreidet; er verlangte eine heldenhaftere Darstellung der Partisanen und mehr tote Nazis. Im Wendejahr 1989 foutierte sich der Filmemacher aber um Gjikas Anweisung und brachte den Film unverändert heraus. (mb)

(März)

12 Angry Men: Sidney Lumet (USA 1957) (März)

Les coquelicots sur les murs (Lulkuqe mbi mure): Dhimitër Anagnosti (Albanien 1976) (März)

Conte d'hiver: Éric Rohmer (Frankreich 1992) (März)

Magic Eye (Syri magjik): Kujtim Çashku (Albanien/Deutschland 2005) (März)

Podiumsdiskussion: Albanien im Film (März)

Tirana, année zéro (Tirana viti 0): Fatmir Koçi (März)

Sous les toits de Paris: René Clair (Frankreich 1930) (März)

Colonel Bunker (Kolonel Bunker): Kujtim Çashku (März)

Conte d'été: Éric Rohmer (Frankreich 1996) (März)

Im Kampf mit dem Berge: Arnold Fanck (Deutschland 1921) (März)

L'Anglaise et le duc: Éric Rohmer (Frankreich 2001) (März)

The Captain (Kapedani): Muharrem Fejzo, Fehmi Hoshafi (Albanien 1972) (März)

Generalversammlung Lumière (März)

Song of the Sea: Tomm Moore (Irland/Dänemark/Belgien/Luxemburg/Frankreich 2014) (März)