Filmpodium

Mo, 03.02.2020 | 18:15 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Erde (Semlja)

Alexander Dowshenko

Stummfilmfestival 2020
Martin Girod, ehemaliger Koleiter des Filmpodiums, hat unser jährliches Stummfilmfestival erschaffen und bisher hauptsächlich kuratiert. 2020 übernimmt er zum letzten Mal die Federführung, und zwar mit Verve. Live begleitet werden diese Meilensteine wie immer von einer erlesenen Garde von Musikerinnen und Musikern, die jede Filmvorführung zum einmaligen Event machen.

Gegen den Widerstand der Grossgrundbesitzer schliessen sich Bauern zu einem Kollektiv zusammen und sehen der Erleichterung der Landarbeit durch neue Maschinen entgegen.
«Die Politik der Kollektivierung war erst kürzlich von der Partei verkündet worden, und Dowshenko ging das Thema mit einer mystischen philosophischen Vision an. (...) Die Filmbilder von üppiger Natur, fruchtbarem Land und reichen Ernten untergruben faktisch die Idee der Kollektivierung, die Dowshenko eher zu rechtfertigen als zu bekräftigen versuchte. (...) Erde wurde am 8. April 1930 in den Kiewer Kinos gestartet – und nur neun Tage später wegen Vorwürfen von ‹Biologismus› und Naturalismus verboten. (...) In der UdSSR wurde Erde erst nach dem Tod Dowschenkos 1958 rehabilitiert. Im selben Jahr wurde Erde in einer internationalen Umfrage unter Filmkritikern zu einem der zwölf wichtigsten Filme in der Geschichte des Weltkinos gewählt.» (Iwan Koslenko, Giornate del cinema muto, Pordenone 2013)
«Der Film gilt heute als Dowschenkos Meisterwerk, ein Film von lyrischer Schönheit und ästhetischer Originalität, der den Stil von Tarkowskij und Paradshanow vorwegnimmt.» (Bryony Dixon: 100 Silent Films, BFI 2011)
«The policy of collectivization had been proclaimed only recently by the Party, and Dovzhenko approached the subject with a mystical philosophical vision. (…) The film‘s images of exuberant nature, fertile land, and abundant harvests subverted the very idea of collectivization, which Dovzhenko tried to justify rather than to substantiate. (…) Earth was released in Kyiv cinemas on 8 April 1930 – and only nine days later was banned, because of allegations of ‹biologism› and naturalism. (...) In the USSR, Earth was rehabilitated only after Dovzhenko's death in 1958. That same year, in an international poll of cinema critics, Earth was voted one of the 12 most important films in the history of world cinema.»
«The film is now seen as Dovzhenkos’s masterpiece, a film of lyrical beauty and aesthetic originality that anticipates the style of Tarkovsky and Paradjanov.» (Bryony Dixon: 100 Silent Films, BFI 2011)
Erde / 77 / sw / 35 mm / Stummfilm, russ +d* Zw'titel
Regie: Alexander Dowshenko
Drehbuch: Alexander Dowshenko
Kamera: Daniil Demuzki
Schnitt: Alexander Dowshenko
Besetzung: Stepan Schkurat (Opanas, der Vater), Semjon Swaschenko (Wassili, sein Sohn), Julia Solnzewa (die Tochter), Jelena Maximowa (Natalja, Wassilis Verlobte), Pjotr Masocha (Choma, Sohn des Kulaken), I. Franko (der Kulak), Nikolai Nademskij (Grossvater Semjon), W. Michailow (der Priester), P. Petrik (der Redner), Umanez (der Vorsitzende des Rats), E. Bondina (eine junge Bäuerin), L. Liaschenko (ein junger Kulak)

Früchte der Liebe / 27 / sw / 35 mm / Stummfilm, russ + d* Zw'titel
Regie: Alexander Dowshenko
Drehbuch: Alexander Dowshenko
Kamera: Daniil Demuzki
Schnitt: Alexander Dowschenko
Besetzung: Marian Kruschelnitzki (Jean Kolbasjuk), Margarita Barskaja (junge Frau), Dmitrij Kapka (Spielzeugverkäufer), Iwan Samitschkowski (Tolstjak)

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

03.02.2020
18:15 - 19:59 UHR

Besetzung / Künstler

Stummfilme mit Filipp Tschelzow am Flügel

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


Weitere Veranstaltungen

The Shining (Extended Version): Stanley Kubrick (GB/USA 1979) (Januar, Februar)

The Pumpkin Eater: Jack Clayton (GB 1964) (Januar, Februar)

The Blot: Lois Weber (Januar)

The Man Between: Carol Reed (GB 1953) (Januar, Februar)

Lolita: Stanley Kubrick (GB/USA 1962) (Januar, Februar)

Kohlhiesels Töchter: Ernst Lubitsch (Januar)

A Star Is Born: George Cukor (USA 1954) (Januar)

Morocco: Josef von Sternberg (USA 1930) (Januar, März)

Bigger Than Life: Nicholas Ray (USA 1956) (Januar)

Georgy Girl: Silvio Narizzano (GB 1966) (Januar, Februar)

Lumière!: Thierry Frémaux (Frankreich 2016) (Januar, Februar)

Pandora and the Flying Dutchman: Albert Lewin (GB 1951) (Januar, Februar)

Dr. Jekyll and Mr. Hyde: John S. Robertson (USA 1920) (Januar)

C'eravamo tanto amati: Ettore Scola (Italien 1974) (Januar, Februar)

African Safari: Ben Stassen (Belgien/Frankreich 2013) (Februar)

North by Northwest: Alfred Hitchcock (USA 1959) (Februar)

In My Room: Ayelet Albenda (Israel/USA/GB 2017) (Februar)

Kain und Artjom (Kain i Artem): Pawel Petrow-Bytow (UdSSR 1929) (Februar)

Le grand soir: Francis Reusser (Schweiz 1976) (Februar)

The Covered Wagon: James Cruze (USA 1923) (Februar)

Peppermint Frappé: Carlos Saura (Spanien 1967) (Februar)

The Verdict: Sidney Lumet (USA 1982) (Februar)

Die Galgentoni (Tonka Šibenice): Karl Anton (Tschechoslowakei/Deutschland 1930) (Februar)

Alexandre: Jean-François Amiguet (Schweiz 1983) (Februar)

Quatre d'entre elles: Yves Yersin, Claude Champion, Francis Reusser, Jacques Sandoz (Schweiz 1968) (Februar)

La séparation des traces: Francis Reusser (Schweiz 2018) (Februar)

Le signe du lion: Éric Rohmer (Frankreich 1959) (Februar)

Le beau mariage: Éric Rohmer (Frankreich 1982) (Februar)

Lamerica: Gianni Amelio (Italien 1994) (Februar, März)

Le genou de Claire: Éric Rohmer (Frankreich 1970) (Februar)

Der blaue Engel: Josef von Sternberg (Deutschland 1930) (Februar)

Perceval le Gallois: Éric Rohmer (Schweiz/Frankreich/Italien 1978) (Februar, März)

Vergine giurata: Laura Bispuri (Italien/Schweiz/Deutschland/Albanien/Kosovo/Frankreich 2015) (Februar, März)

Pauline à la plage: Éric Rohmer (Frankreich 1983) (Februar, März)

La femme de l'aviateur: Éric Rohmer (Frankreich 1981) (Februar)

CINEMA #65: «Skandal» Buchvernissage: Selfies (Schweiz 2018)
Selfies von der Wiege bis zur Bahre - Claudius Gentinetta wirft einen sarkastischen Blick auf die narzisstische Manie der Selbstabbildung in allen erdenklichen und abgedrehten Lebenslagen, bis zum bitteren Ende.
All Inclusive (Schweiz 2018)
Fitness auf dem Sonnendeck, eine Polonaise durch den Speisesaal, der Fototermin mit dem Kapitän oder ein Schönheitswettbewerb für jung und alt. Das alles und viel mehr bietet eine Kreuzfahrt. Für Spass ist rund um die Uhr gesorgt und das eigene Hotelzimmer schwimmt mit. Das Geschäft boomt, Vergnügungsferien auf hoher See liegen im Trend. Was am Ende bleibt, sind Unmengen von digitalen Erinnerungsbilder und die Abgaswolke am Horizont.
Zufall (Schweiz/Deutschland 2016)
Eine essayistische Betrachtung über den Zufall von Ort und Zeit, bei der die in der Schweiz geborene Regisseurin Thaïs Odermatt ihre eigene Biografie und die Geschichte der Schweiz vom Franzoseneinfall zweihundert Jahre bzw. den Hungersnöten und Auswanderungen ungefähr einhundert Jahre vor ihrer Geburt mit dem Schicksal heutiger Flüchtlingskinder verbindet.
Tempête silencieuse (Schweiz 2019)
Von den Küsten des Atlantiks bis zu jenen des Mittelmeers trifft sich die Regisseurin mit Frauen, deren Gesichter enttäuschte Hoffnungen widerspiegeln. Die Trauer und das hoffnungslose Warten auf sterbliche Überreste finden in der unaufhörlichen Bewegung der Wellen eine Dimension schmerzhafter Meditation.
secret pssst (Schweiz 2018)
Der Film secret pssst zeigt, was junge Sans-Papiers bewegt, was ihnen Angst und Freude macht. Sich unsichtbar machen zu müssen ist ihre alltägliche Realität. Der Film ist Teil der Installation «Undocumented Perspectives», die sich mit dem Leben von Sans-Papiers in der Schweiz auseinandersetzt. Die Installation wird vom 18.4.-3.5.2020 im Ausstellungsraum Klingental, Basel, präsentiert.
Ivana Kvesic ist Leiterin der Schweizer Jugendfilmtage und kuratiert auch Programme für die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur und das Open-Air «Film am See».
(Februar)

The Marriage (Martesa): Blerta Zeqiri (Republik Albanien/Kosovo 2017) (Februar, März)

Bota: Iris Elezi, Thomas Logoreci (Albanien/Italien/Republik Kosovo 2014) (Februar, März)

Die Marquise von O...: Éric Rohmer (BRD/Frankreich 1976) (Februar, März)

Les nuits de la pleine lune: Éric Rohmer (Frankreich 1984) (Februar, März)

Frühe Filme von Éric Rohmer: La carrière de Suzanne (Frankreich 1963)
«Bertrand vertreibt sich gerne die Zeit mit seinem Kumpel Guillaume. In der Freundschaft der beiden schwingen jedoch mitunter Neid und Feindschaft mit. Als der Frauenheld Guillaume sein Spiel mit der lebhaften und unabhängigen Suzanne zu treiben scheint, beobachtet Bertrand das Ganze bitter, missbilligend und eifersüchtig. Mit grobkörnigen Schwarzweissbildern gelingt es Rohmer, das Pariser Lebensgefühl der 60er-Jahre einzufangen. Ein wunderbar bewegendes Porträt jugendlicher Naivität und komplizierter Bindungen von Freundschaft und Liebe.» (Criterion Collection)
«Zweiter Teil von Rohmers sechsteiligem Zyklus ‹Moralische Geschichten›, der inszenatorisch noch nicht vollkommen ist, jedoch Handschrift und Absicht des Regisseurs erkennen lässt: Rohmer feiert den Sieg des ‹moralischen Instinkts› gegen das berechnende Kalkül. Eine intellektuelle Übung voller psychologischer Arabesken.» (Lexikon des int. Films)
La boulangère de Monceau (Frankreich 1963)
«Einfach, delikat und jazzig: Schon die erste der ‹Moralischen Geschichten› lässt erahnen, was den Rohmerschen Stil später auszeichnen wird: eine unspektakuläre, naturalistische Kameraarbeit, das ironische Voice-over des Ich-Erzählers und das Bild der ‹unergründlichen› Frau. Ein Jurastudent mit einem Auge für schöne Frauen und einem grossen Appetit stopft sich täglich mit Süssigkeiten und Gebäck voll, um die Aufmerksamkeit der hübschen brünetten Verkäuferin in einer altmodischen Pariser Bäckerei auf sich zu lenken. Doch ist er wirklich interessiert oder sucht er nur eine süsse Abwechslung?» (Criterion Collection)
La sonate à Kreutzer (Frankreich 1956)
Ein junger, erfolgreicher Architekt beschliesst zu heiraten und wählt dafür in einem Jazzkeller, den er regelmässig besucht, eine unauffällige junge Frau aus, für die er allerdings nichts Besonderes empfindet. Sie entfremden sich rasch, und bald hat er sie im Verdacht, heimlich einen Kritiker zu treffen, den er ihr vorgestellt hatte. Um Gewissheit zu erlangen, stellt er ihnen eine Falle.
Neben Éric Rohmer in der Titelrolle und Jean-Luc Godard, der den Film produziert hat, tauchen auch andere legendäre Cineasten jener Zeit wie Claude Chabrol und François Truffaut kurz auf.
Bis 2013, als das CNC den Film restaurierte, war er nur zweimal in Arbeitskopien zu sehen.
(Februar)

Le silence de Lorna: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne (Belgien/Frankreich/Italien/Deutschland 2008) (Februar, März)

L'ami de mon amie: Éric Rohmer (Frankreich 1987) (Februar, März)

Tomka and His Friends (Tomka dhe shokët e tij): Xhanfise Keko (Albanien 1977) (Februar, März)

All Quiet on the Western Front: Lewis Milestone (USA 1930) (Februar, März)

L'arbre, le maire et la médiathèque: Éric Rohmer (Frankreich 1993) (Februar, März)

Zauberlaterne (Februar)

Le rayon vert: Éric Rohmer (Frankreich 1986) (Februar, März)

Cold November (Nëntor i ftohtë): Ismet Sijarina (Februar, März)

Die Melodie des Meeres (Song of the Sea): Tomm Moore (Irland/Dänemark/Belgien/Luxemburg/Frankreich 2014) (Februar, März)

L'âge d'or: Luis Buñuel (Frankreich 1930) (März)

The Bride and the Curfew & The River That Never Runs Dry: The Bride and the Curfew (Albanien 1978)
Albanien während der deutschen Besetzung. Shpresa ist eine beherzte junge Partisanin, die nicht davor zurückschreckt, Kollaborateure zu töten. Vor allem aber stört sie die Nazis, weil sie überall in der Stadt politische Graffiti anbringt. Der neue deutsche Kommandant beschliesst, hart durchzugreifen. Er verhängt eine Ausgangssperre, riegelt die Stadt nach aussen ab und lässt überall nach Shpresa suchen. Die Widerstandskämpfer sehen nur eine Chance: Sie müssen Shpresa aus der Stadt schmuggeln, indem sie sie als Braut verkleiden. Ein riskantes Unterfangen ...
Aufgrund eines Drehbuchs von Ismail Kadares Frau Elena Kadare haben Kristaq Mitro und Ibrahim Muçaj einen rasanten und atmosphärischen Kriegsfilm inszeniert, der von Kujtim Laro mit fast Western-mässiger Musik untermalt ist. Wohl nicht ganz zufällig steht eine heldenhafte Frau im Mittelpunkt, die ihren männlichen Kampfgenossen in keiner Weise nachsteht. (mb)

The River That Never Runs Dry (Albanien 1989)
In einem verwüsteten winterlichen Bergdorf, wo nur noch ältere Witwen zu leben scheinen, verbergen sich versprengte Partisanen auf dem Rückzug vor den anrückenden Deutschen. Ein Paar nimmt einen kleinen verwaisten Jungen in seine Obhut, aber der Kleine weint und erregt die Aufmerksamkeit der Deutschen. Mit wenig Dialog, starken Bildern und viel Atmosphäre schildert Fatmir Koçi in seinem Diplomfilm eine düstere Episode aus dem Zweiten Weltkrieg. Das wurde dem Film von Viktor Gjika, dem regimetreuen Chef der albanischen Filmproduktion, angekreidet; er verlangte eine heldenhaftere Darstellung der Partisanen und mehr tote Nazis. Im Wendejahr 1989 foutierte sich der Filmemacher aber um Gjikas Anweisung und brachte den Film unverändert heraus. (mb)

(März)

12 Angry Men: Sidney Lumet (USA 1957) (März)

Les coquelicots sur les murs (Lulkuqe mbi mure): Dhimitër Anagnosti (Albanien 1976) (März)

Conte d'hiver: Éric Rohmer (Frankreich 1992) (März)

Magic Eye (Syri magjik): Kujtim Çashku (Albanien/Deutschland 2005) (März)

Podiumsdiskussion: Albanien im Film (März)

Tirana, année zéro (Tirana viti 0): Fatmir Koçi (März)

Sous les toits de Paris: René Clair (Frankreich 1930) (März)

Colonel Bunker (Kolonel Bunker): Kujtim Çashku (März)

Conte d'été: Éric Rohmer (Frankreich 1996) (März)

Im Kampf mit dem Berge: Arnold Fanck (Deutschland 1921) (März)

L'Anglaise et le duc: Éric Rohmer (Frankreich 2001) (März)

The Captain (Kapedani): Muharrem Fejzo, Fehmi Hoshafi (Albanien 1972) (März)

Generalversammlung Lumière (März)

Song of the Sea: Tomm Moore (Irland/Dänemark/Belgien/Luxemburg/Frankreich 2014) (März)