Filmpodium

Do, 12.09.2019 | 18:15 - 20:31 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Les petites fugues

Yves Yersin (Schweiz/Frankreich 1979)

Das erste Jahrhundert des Films
In der Dauerreihe «Das erste Jahrhundert des Films» zeigen wir im Lauf von zehn Jahren rund 500 wegweisende Werke der Filmgeschichte. Die Auswahl jedes Programmblocks ist gruppiert nach Jahr­gängen, woraus sich schliesslich 100 Momentaufnahmen des Weltkinos von 1900 bis 1999 ergeben. Referenzzahl ist jeweils der aktuelle Jahrgang, d. h. im Jahr 2019 sind Filme von 1919, 1929, 1939 usw. zu sehen.

30 Jahre hat Pipe als Knecht auf dem Bauernhof der Familie Duperrex verbracht. Jetzt hat er das Rentenalter erreicht und kauft sich mit seiner AHV-Rente ein Mofa. Nach zahlreichen wackligen Versuchen unternimmt Pipe erste Ausflüge in die nähere Umgebung und erlebt unversehens ein Stück Freiheit. Doch dann betrinkt er sich auf einem Ausflug, verursacht einen harmlosen Unfall und verliert die Fahrerlaubnis. Er lässt sich aber nicht unterkriegen: Fortan betrachtet er die Welt durch die Linse seiner Polaroidkamera – sein Weg in die Freiheit ist unaufhaltsam.
Mit Les petites fugues schildert der kürzlich verstorbene Waadtländer Yves Yersin auf bedächtige, zugleich aber poetische und heitere Art den Prozess einer Selbstbefreiung. Der Film wurde im In- und Ausland eine der erfolgreichsten Produktionen der Schweizer Filmgeschichte, sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik.
«Les petites fugues schlug 1979 wie eine Bombe ein. Intuitiv erkannte das Publikum die subversive Kraft dieses poetischen Kinomärchens. (...) Mitverantwortlich für diesen Höhenflug war der damals erst knapp fünfzigjährige französische, durch Filme von Claude Goretta bekannt gewordene Schauspieler Michel Robin, der in der ‹Greisenrolle› des Pipe über sich hinauswuchs und dafür in Locarno als Bester Schauspieler ausgezeichnet wurde.» (Freddy Buache)
«Yersin hat einen stillen, aber sehr intensiven Film gedreht, einen sinnlich erfassbaren von hoher Intelligenz. Er zeigt die kleinen Fluchten eines alten Mannes aus der Enge seiner Existenz, über Zäune, die in einem langen Leben immer höher geworden sind. Was sich aber ansieht wie eine anekdotische Alltagsschilderung, ist gleichzeitig eine kluge Analyse.» (Reclams Filmführer)

Pipe has spent 30 years as a farmhand on the Duperrex family's estate. Now, he has reached retirement age and buys a moped with the money from his pension. After numerous wobbly attempts, Pipe undertakes his first trips into the surrounding countryside and suddenly experiences a bit of freedom. But then he gets drunk on one of his jaunts, causes a harmless accident and loses his driving license. But he doesn't let this get him down: From now on, he looks at the world through the lens of his Polaroid camera – his journey to freedom cannot be stopped.
In Les petites fugues, the recently deceased Yves Yersin, a filmmaker from Vaud, describes the process of self-liberation in a leisurely, but lyrical and lighthearted manner.
His film became one of the most successful productions in the history of Swiss cinema, at home and abroad, both with audiences and critics.
«Les petites fugues had a huge impact in 1979. The audience intuitively recognized the subversive power of this poetic cinematic fairy tale. (...) French actor Michel Robin, who was only fifty years old at the time and famous for the films he had made with Claude Goretta, had a big part in the success of this fantasy. He surpassed himself in the ‹old man's role› of Pipe and won the Best Actor award at the Locarno Film Festival.» (Freddy Buache)
«Yersin has made a quiet but very intense film, a sensually comprehensible work of high intelligence. He shows an old man's little escapes from the narrowness of his existence, overcoming fences that have grown higher and higher in his long life. But what looks like an anecdotal description of everyday life is simultaneously an astute analysis." (Reclams Filmführer)

Les petites fugues zählt zur ersten Staffel grosser Schweizer Filme, die im Rahmen des Projekts filmo neu aufbereitet werden.
136 Min. / Farbe / DCP / F/d/e

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

16.09.2019
18:15 - 20:31 UHR

20.09.2019
15:30 - 17:46 UHR

21.09.2019
20:45 - 23:01 UHR

22.09.2019
18:00 - 20:16 UHR

Besetzung / Künstler

Regie: Yves Yersin
Drehbuch: Yves Yersin, Claude Muret
Kamera: Robert Alazraki
Musik: Léon Francioli, Guillermo Villegas
Schnitt: Yves Yersin, Marianne Monnier
Besetzung: Michel Robin (Pipe), Fabienne Barraud (Josiane), Fred Personne (Duperrex, ihr Vater), Dore De Rosa (Luigi), Mista Préchac (Rose Duperrex, Josianes Mutter), Laurent Sandoz (Alain), Nicole Vautier (Marianne)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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Un chien andalou/L'âge d'or: Un chien andalou (Frankreich 1928)
«Der grosse Klassiker des surrealistischen Films, der in Zusammenarbeit von Luis Buñuel und Salvador Dalí entstanden ist. Buñuel ist am Anfang des Filmes zu sehen, wie er ein Rasiermesser schleift, mit dem ein Auge zerschnitten wird – einer der berühmtesten Schockmomente der Filmgeschichte.» (Bonner Sommerkino 2004)
«Einige Szenen sind bewusst als anarchische Provokation gedacht, andere lassen sich als poetische Metaphern deuten – insgesamt attackieren die vieldeutigen Bilder nachhaltig die herkömmlichen Vorstellungen von Ratio und Normalität. An deren Stelle tritt die Logik des Traums, die auflösende Kraft der Fantasie.» (Lexikon des int. Films)
L'âge d'or (Frankreich 1930)
Aus dem verspielten «épater le bourgeois» von Un chien andalou wird jetzt blutiger Ernst:
«Gezeigt wird ein Liebespaar, das am Vollzug seiner Liebe durch die ‹etablierten Ordnungsmächte› gehindert wird. Eine ‹normale› Handlung gibt es allerdings in diesem Film nicht. Die Geschichte einer Amour fou, einer unbedingten, alle Konventionen verachtenden Liebe wird unterbrochen, kontrastiert und kommentiert durch Wochenschaubilder und durch Sequenzen eines Dokumentarfilms über Skorpione. Die ‹Ordnungsmächte› – Kirche, Militär, Familie – werden in berühmt gewordenen Sequenzen attackiert. (…) Der Schluss des Films ist eine deutliche Anspielung auf die ‹120 Tage von Sodom› des Marquis de Sade: Vier Männer verlassen ein Schloss, in dem sie 120 Tage in wildesten Ausschweifungen verbracht haben; einer von ihnen sieht aus wie eine populäre Christus-Darstellung. Dieser Film schockierte die bürgerliche Welt.» (Reclams Filmführer)
Die Vorführung des Films in Paris wurde durch rechtsextreme Krawallmacher gestört; der Polizeipräfekt Chiappe nahm dies zum Vorwand, den Film zu verbieten. Erst 1981 wurde L’âge d’or in Frankreich freigegeben.
Die 4K-Restaurierung wurde von der Cinémathèque française und dem Centre Pompidou, MNAM-CCI/Service du cinéma expérimental, mit Unterstützung von Pathé und Maison de Champagne Piper-Heidsieck, Sponsoren der Cinémathèque française, durchgeführt. Die Arbeiten am Bild wurden im Hiventy-Labor, die am Ton im L.E. Diapason-Studio unter Verwendung der originalen Nitratbild- und Tonnegative und von Sicherungselementen durchgeführt.
Das ursprüngliche Nitratbildnegativ wurde durch Immersion gescannt und das Tonnegativ wurde unter Berücksichtigung des noch unvollkommenen Nachsynchronisationssystems von 1930 wiederhergestellt. Eine damalige Vorführkopie wurde als Referenz für die Lichtbestimmung verwendet. Die Fehler, wie sie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion auftreten, wurden bewusst erhalten. Einige der im Zerfall begriffene Einstellungen wurden durch Zwischenkopien aus der 1993 vom Centre Pompidou durchgeführten Analog-Restaurierung ersetzt. Ebenso ermöglichten es die Sicherungselemente, die fehlenden Rollen der Tonspur zu vervollständigen


(Oktober)

Strange Victory: Leo Hurwitz (Oktober)

Sankofa: Haile Gerima (Burkina Faso/USA/Deutschland 1993) (Oktober)

Do the Right Thing: Spike Lee (USA 1989) (Oktober)

Milli Vanilli: From Fame to Shame: Oliver Schwehm (Deutschland 2015) (Oktober)

Uptight: Jules Dassin (USA 1968) (Oktober, November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (4/12) (Oktober)

Losing Ground: Kathleen Collins (USA 1982) (Oktober, November)

La hija del engaño : Luis Buñuel (Mexiko 1951) (Oktober)

Touki Bouki: Djibril Diop Mambéty (Senegal 1973) (Oktober)

Rue Cases-Nègres: Euzhan Palcy (Frankreich 1983) (Oktober, November)

Drylongso: Cauleen Smith (USA 1998) (Oktober, November)

La permission: Melvin Van Peebles (Frankreich 1968) (Oktober)

Night Catches Us: Tanya Hamilton (USA 2010) (Oktober, November)

Before the Rain (Pred doždot): Milčo Mančevski (Mazedonien/GB/Frankreich 1994) (Oktober)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (5/12) (Oktober)

The Harder They Come: Perry Henzell (Jamaika 1972) (Oktober, November)

Subida al cielo : Luis Buñuel (Mexiko 1951) (Oktober)

Fête des vignerons (Oktober)

Boyz n the Hood: John Singleton (USA 1991) (Oktober, November)

Él: Luis Buñuel (Mexiko 1953) (Oktober, November)

The Killer (Die xue shuang xiong): John Woo (Hongkong 1989) (Oktober)

Cela s'appelle l'aurore: Luis Buñuel (Frankreich/Italien 1956) (Oktober, November)

Letter to My Cousin in China: Henion Han (Südafrika 1999) (Oktober)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (6/12) (Oktober)

Zürcher Filmbuff-Quiz 2019 (November)

Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les choristes): Christophe Barratier (Frankreich/Schweiz/Deutschland 2004) (November)

Coffy: Jack Hill (USA 1973) (November)

Ensayo de un crimen: Luis Buñuel (Mexiko 1955) (November)

Rear Window: Alfred Hitchcock (USA 1954) (November)

My Left Foot: Jim Sheridan (Irland/GB 1989) (November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (7/12) (November)

Mossane: Safi Faye (Deutschland/Senegal 1996) (November)

Robinson Crusoe: Luis Buñuel (Mexiko/USA 1954) (November)

The Garden: Derek Jarman (November)

Jackie Brown: Quentin Tarantino (USA 1997) (November)

Sex, Lies, and Videotape: Steven Soderbergh (USA 1989) (November)

Abismos de pasión : Luis Buñuel (Mexiko 1953) (November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (8/12) (November)

Die Mauer: Jürgen Böttcher (DDR 1990) (November)

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