Filmpodium

Do, 18.07.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Romeo und Julia auf dem Dorfe

Valérien Schmidely, Hans Trommer (Schweiz 1941)

Keller im Kino
2019 jährt sich der Geburtstag Gottfried Kellers zum 200. Mal. Als das Kino geboren wurde, waren seit seinem Tod gerade fünf Jahre vergangen. Doch erst gut dreissig Jahre später wagte es sich zum ersten Mal an Kellers Stoffe; wir zeigen eine kleine Auswahl.

«Der schönste, echteste aller Schweizer Filme, dessen Tragweite man gestern nicht erfasst hat und der für heute und morgen noch wegweisend ist», schwärmte Cinémathèque-suisse-Gründer Freddy Buache 1974 über die Gottfried-Keller-Verfilmung um zwei Liebende, die wegen einer alten Familienfehde nicht zueinanderkommen können. Der Publikumserfolg hatte sich nicht einstellen wollen; bald galt das Werk als «film maudit».
Tatsächlich ist Romeo und Julia auf dem Dorfe für seine Zeit einzigartig, fühlte sich Trommer doch filmischen Vorbildern – Griffith, Wertow, Sjöström und vor allem Renoir – eher verpflichtet als der Geistigen Landesverteidigung: «Statt die Novelle zu illustrieren, hat Trommer optische Entsprechungen gefunden, die den Film auf das Niveau eines universellen Gedichts erheben.» (Hervé Dumont: Geschichte des Schweizer Films. Spielfilme 1896–1965, 1987)

84 Min. / sw / 35 mm / Dialekt

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Valérien Schmidely, Hans Trommer
Drehbuch: Hans Trommer
Autor: Gottfried Keller
Kamera: Ady Lumpert
Musik: Jack Trommer
Schnitt: Irene Widmer, Käthe Mey
Besetzung: Margrit Winter (Vreneli Marti), Erwin Kohlund (Sali Manz), Johannes Steiner (Albert Manz), Emil Gyr (Marti), Emil Gerber (der schwarze Geiger), Walburga Gmür (Frau Manz), Anni Dürig (Frau Marti), Ella Kottusch (Elise), Dorli Zäch (Vreneli, Kind), Richard Schuhmacher (Sali, Kind), Ursula von Wiese (Emmi, eine Kellnerin), Max Röthlisberger (Salis Freund)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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Charley Chase (1893–1940) war bereits ein arrivierter Filmemacher, als Leo McCarey bei den Hal Roach Studios anheuerte. Chase wechselte vor die Kamera, und McCarey drehte mit ihm klassische Komödien über einen sympathischen Durchschnittsbürger, der in aussergewöhnliche Bredouillen gerät.
Good Night, Nurse! (USA 1918)
Der betrunkene Fatty möchte in einem Lokal Schutz vor dem Unwetter suchen, aber der Besitzer lässt ihn nicht mehr herein. Als er endlich nach Hause kommt, hat seine Frau beschlossen, ihn in ein Sanatorium einzuweisen, um ihn von seiner Trunksucht zu kurieren. Da ihm der Chefarzt der Heilanstalt kein Vertrauen einflösst, versucht Fatty mit einer hübschen Patientin abzuhauen.
Von den Slapstick-Komikern der 1910er-Jahre konnte sich nur Charlie Chaplin in Sachen Ruhm mit Roscoe «Fatty» Arbuckle (1887–1933) messen. Er war ein gewaltiger Star, der auch als Entdecker von Buster Keaton in die Filmgeschichte einging. In Good Night, Nurse! (1918) ist Keaton noch nicht das «Stoneface» und zeigt als flirtender Chefarzt virtuoses Mienenspiel.
The «High Sign» (USA 1921)
Buster heuert bei einer Schiessbude an und gibt sich gegenüber dem Besitzer als Meisterschütze aus. Der Mann ist Chef einer Gangsterbande, deren Mitglieder sich mit einem kuriosen Handzeichen identifizieren. Er befiehlt Buster, den Geizkragen Nicklenurser umzubringen. Aber Nicklenurser und seine Tochter haben soeben Buster als Leibwächter engagiert.
Buster Keaton (1895–1966) drehte The «High Sign» 1921 als ersten Kurzfilm in Eigenregie. Veröffentlicht hat er ihn aber erst später, vermutlich weil er mit der Gestaltung seines Stils und seiner Figur noch nicht zufrieden war. Auch deshalb war der Film eher selten zu sehen, obschon er höchst unterhaltsam ist.
Big Business (USA 1929)
Stan und Ollie hausieren im sonnigen Kalifornien mit Christbäumen. Einer ihrer potenziellen Kunden reagiert unwirsch, als sie bei ihm klingeln. Es kommt zu einer fatalen Eskalation.
Leo McCarey inszenierte diesen Klassiker des rabiaten Slapsticks, in dem das von ihm geschaffene Komiker-Duo Stan Laurel (1890–1965) und Oliver Hardy (1892–1957) seiner Rachsucht und seinem Zerstörungstrieb freien Lauf lässt.
Mabel's Strange Predicament (USA 1914)
Mabel wartet im Hotel auf ihren Liebsten und wird von einem betrunkenen Landstreicher belästigt. Auf ihrer Flucht vor dem zudringlichen Verehrer gerät sie in Teufels Küche.
Mabel Normand (1892–1930) war nicht nur als Model und Schauspielerin erfolgreich, sie führte auch bei zahlreichen Filmen Regie, auch bei Mabel's Strange Predicament (1914). Darin hat Charlie Chaplin seinen zweiten Auftritt überhaupt in der Rolle des Tramps.
(Januar)

Dragnet Girl (Hijosen no onna): Yasujiro Ozu (Japan 1933) (Januar)

The Blot: Lois Weber (Januar)

The Shining (Extended Version): Stanley Kubrick (GB/USA 1979) (Januar, Februar)

Kohlhiesels Töchter: Ernst Lubitsch (Januar)

Borderline: Kenneth Macpherson (Januar)

Georgy Girl: Silvio Narizzano (GB 1966) (Januar, Februar)

Pandora and the Flying Dutchman: Albert Lewin (GB 1951) (Januar, Februar)

Dr. Jekyll and Mr. Hyde: John S. Robertson (USA 1920) (Januar)

Kain und Artjom (Kain i Artem): Pawel Petrow-Bytow (UdSSR 1929) (Februar)

In My Room: Ayelet Albenda (Israel/USA/GB 2017) (Februar)

Erde (Semlja): Alexander Dowshenko (Februar)

The Covered Wagon: James Cruze (USA 1923) (Februar)

Peppermint Frappé: Carlos Saura (Spanien 1967) (Februar)

The Verdict: Sidney Lumet (USA 1982) (Februar)

Die Galgentoni (Tonka Šibenice): Karl Anton (Tschechoslowakei/Deutschland 1930) (Februar)

Alexandre: Jean-François Amiguet (Schweiz 1983) (Februar)