Filmpodium

Fr, 31.01.2020 | 20:45 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Dr. Jekyll and Mr. Hyde

John S. Robertson (USA 1920)

Stummfilmfestival 2020
Martin Girod, ehemaliger Koleiter des Filmpodiums, hat unser jährliches Stummfilmfestival erschaffen und bisher hauptsächlich kuratiert. 2020 übernimmt er zum letzten Mal die Federführung, und zwar mit Verve. Live begleitet werden diese Meilensteine wie immer von einer erlesenen Garde von Musikerinnen und Musikern, die jede Filmvorführung zum einmaligen Event machen.

English text below

Dr. Henry Jekyll ist ein brillanter Arzt und Wohltäter, der sich auch der Armen annimmt, zum Verdruss seines konservativen Kollegen Dr. Lanyon. Sir George Carew hingegen, für dessen Tochter Millicent Jekyll zärtliche Gefühle hegt, ist ein Lebemann, der seinen Schwiegersohn in spe für unnatürlich tugendhaft hält. Er nimmt Jekyll mit in einen Nachtclub und macht ihn mit der lasziven Tänzerin Gina bekannt. Jekyll reagiert auf diese Versuchung, indem er sich vornimmt, das Böse in sich zu isolieren. Der Trank, den er zu diesem Zweck braut, verwandelt ihn in einen ebenso hässlichen wie skrupellosen Menschen, der sich Mr. Hyde nennt und eine eigene Existenz entwickelt. Zunächst kann Jekyll die Verwandlung noch rückgängig machen, wenn die Wirkung des Tranks verfliegt, aber allmählich gewinnt Hyde die Oberhand und sein Wüten fordert erste Opfer.
Kaum hatte Robert Louis Stevenson 1886 seine Novelle «The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde» veröffentlicht, entstand schon eine Bühnenfassung, denn diese Geschichte bot jedem grossen Schauspieler eine Parade-Doppelrolle. Schon 1908 wurde der Stoff ein erstes Mal verfilmt, doch die erste wegweisende Adaption schuf John S. Robertson 1920. Sein Trumpf war der berühmte Bühnenschauspieler John Barrymore, der die Verwandlung vom gut aussehenden Edelmann Jekyll in den monströsen Mr. Hyde beim ersten Mal in einer einzigen Einstellung, ohne Make-up und Spezialeffekte vollführt, mit nichts als Mimik und Gestik. Später, als Hyde immer grausiger wird, setzt Barrymore auch unappetitliche Zähne und Fingernägel ein sowie eine Prothese, die seine Kopfform verändert. (mb)
«Man kann hier den ausserordentlichen modernisierenden Einfluss erahnen, den sein Talent auf die Schauspieler seiner Zeit gehabt haben muss, indem es sie von dem pantomimischen Stil des Schauspiels, der die viktorianische Bühne und einen Grossteil des Stummfilms dominierte, wegführte, wie Brandos späterer Einfluss den typisierenden Schauspielstil, der den Tonfilm prägte, hinwegfegte.» (Matt Bailey, notcoming.com, 2010)
Alfred Hitchcock zählte 1939 gleich zwei (nicht erhaltene) Titel des heute kaum mehr bekannten Regisseur John S. Robertson zu den wichtigsten zehn Filmen.

«One can see a glimpse of the extraordinary modernizing influence (Barrymoreʼs) talent must have had on the actors of his day, moving them on from the pantomimic style of acting that dominated the Victorian stage and so much of early silent drama in much the same way as Brando’s later influence swept away the presentational style of acting that pervaded talking pictures.» (Matt Bailey, notcoming.com, 2010)
86 Min. / sw / 35 mm / Stummfilm, e Zw'titel

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

31.01.2020
20:45 - 22:11 UHR

Besetzung / Künstler

Stummfilm mit Alexander Schiwow am Flügel

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
+41 (0)44 415 33 66
info@filmpodium.ch


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La boulangère de Monceau (Frankreich 1963)
«Einfach, delikat und jazzig: Schon die erste der ‹Moralischen Geschichten› lässt erahnen, was den Rohmerschen Stil später auszeichnen wird: eine unspektakuläre, naturalistische Kameraarbeit, das ironische Voice-over des Ich-Erzählers und das Bild der ‹unergründlichen› Frau. Ein Jurastudent mit einem Auge für schöne Frauen und einem grossen Appetit stopft sich täglich mit Süssigkeiten und Gebäck voll, um die Aufmerksamkeit der hübschen brünetten Verkäuferin in einer altmodischen Pariser Bäckerei auf sich zu lenken. Doch ist er wirklich interessiert oder sucht er nur eine süsse Abwechslung?» (Criterion Collection)
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Ein junger, erfolgreicher Architekt beschliesst zu heiraten und wählt dafür in einem Jazzkeller, den er regelmässig besucht, eine unauffällige junge Frau aus, für die er allerdings nichts Besonderes empfindet. Sie entfremden sich rasch, und bald hat er sie im Verdacht, heimlich einen Kritiker zu treffen, den er ihr vorgestellt hatte. Um Gewissheit zu erlangen, stellt er ihnen eine Falle.
Neben Éric Rohmer in der Titelrolle und Jean-Luc Godard, der den Film produziert hat, tauchen auch andere legendäre Cineasten jener Zeit wie Claude Chabrol und François Truffaut kurz auf.
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Tirana, année zéro (Tirana viti 0): Fatmir Koçi (März)

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