Filmpodium

Mi, 19.06.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

L'homme qui aimait les femmes

François Truffaut (Frankreich 1977)

François Truffaut
Man darf von François Truffaut sagen, was er als junger Filmkritiker über George Cukor, einen Bruder im Geiste, schrieb: Von fünf seiner Filme ist einer ein Meisterwerk, drei sind sehr gut und der fünfte ist bestimmt interessant. Ebenso Mitbegründer der Nouvelle Vague wie Erbe von Jean Renoir und Jünger von Alfred Hitchcock, hat Truffaut ein Werk geschaffen, das vital und vielfältig ist und das oft von starken Frauenfiguren dominiert wird, denen die Männer zu Füssen liegen oder zum Opfer fallen.

Als Bertrand Morane zu Grabe getragen wird, ist die Trauergemeinde rein weiblich, denn er war «Der Mann, der die Frauen liebte» – so der Titel seiner Memoiren, die am Tage seines jähen Todes erschienen sind.
«Nach dem Trauerspiel der Adèle H. die Tragikomödie des Bertrand Morane: Beide sind aus demselben Holz geschnitzt. Adèle und Bertrand sind von der gleichen Obsession besessen; ihr pathogenes Syndrom heisst Amour fou. Während Adèles Besessenheit auf eine nicht-austauschbare Person zentriert ist, richtet sich die Libido Bertrands auf wechselnde Objekte. Aber dieser Unterschied besteht nur zum Schein (und begründet allenfalls hier die Tragödie und dort die Komödie), denn beide, Adèle und Bertrand, meinen mit ihrer Liebe nichts als diese Liebe selbst. Die Gegenstände ihrer Amour fou werden nie zu Partnern, Pinson nicht durch eigene Gleichgültigkeit und Verweigerung, die Gespielinnen des Bertrand Morane nicht durch dessen prinzipielle, ja existenzielle Promiskuität. (...) Vom Baumuster her ist Lʼhomme qui aimait les femmes zweifellos der facettenreichste Film Truffauts (...), ein Film zudem, in dem Truffaut sein schon reich entwickeltes filmsprachliches Vokabular in der Darstellung des Schreibens und der filmischen Transponierung von schon Geschriebenem weiter vervollkommnet hat.» (Peter W. Jansen, in: François Truffaut, Hanser Verlag 1984)

120 Min. / Farbe / DCP / F/d*

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: François Truffaut
Drehbuch: Michel Fermaud, Suzanne Schiffman, François Truffaut
Kamera: Néstor Almendros
Schnitt: Martine Barraqué
Besetzung: Charles Denner (Bertrand Morane), Brigitte Fossey (Geneviève Bigey), Nelly Borgeaud (Delphine Grezel), Geneviève Fontanel (Hélène), Leslie Caron (Véra), Nathalie Baye (Martine Desdoits), Valérie Bonnier (Fabienne), Jean Dasté (Dr. Bicard), Sabine Glaser (Bernadette)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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Die Vorführung des Films in Paris wurde durch rechtsextreme Krawallmacher gestört; der Polizeipräfekt Chiappe nahm dies zum Vorwand, den Film zu verbieten. Erst 1981 wurde L’âge d’or in Frankreich freigegeben.
Die 4K-Restaurierung wurde von der Cinémathèque française und dem Centre Pompidou, MNAM-CCI/Service du cinéma expérimental, mit Unterstützung von Pathé und Maison de Champagne Piper-Heidsieck, Sponsoren der Cinémathèque française, durchgeführt. Die Arbeiten am Bild wurden im Hiventy-Labor, die am Ton im L.E. Diapason-Studio unter Verwendung der originalen Nitratbild- und Tonnegative und von Sicherungselementen durchgeführt.
Das ursprüngliche Nitratbildnegativ wurde durch Immersion gescannt und das Tonnegativ wurde unter Berücksichtigung des noch unvollkommenen Nachsynchronisationssystems von 1930 wiederhergestellt. Eine damalige Vorführkopie wurde als Referenz für die Lichtbestimmung verwendet. Die Fehler, wie sie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion auftreten, wurden bewusst erhalten. Einige der im Zerfall begriffene Einstellungen wurden durch Zwischenkopien aus der 1993 vom Centre Pompidou durchgeführten Analog-Restaurierung ersetzt. Ebenso ermöglichten es die Sicherungselemente, die fehlenden Rollen der Tonspur zu vervollständigen


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