Filmpodium

Do, 04.07.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Der Mann, der seinen Mörder sucht

Robert Siodmak (Deutschland 1931)

Billy Wilder
Billy Wilder, 1906 als Samuel Wilder in Galizien geboren und von seiner anglophilen Mutter zunächst «Billie» gerufen, hatte sich schon in Deutschland einen Namen als Drehbuchautor zahlreicher Filmoperetten, Schwänke und Komödien gemacht, ehe er nach der Machtübernahme der Nazis via Frankreich in die USA emigrierte und in Hollywood eine neue Karriere begann. Ob Screwball Comedy oder Film noir, Melodrama oder Satire, Wilders Werke zeichneten sich stets durch Scharfsinn, Witz und einen illusionslosen Blick auf seine Mitmenschen aus.

Hans Herfort will Selbstmord begehen, bringt es jedoch nicht über sich. Da kommt ihm der Einbrecher Kuttlapp gerade recht. Der schliesst mit ihm einen Mordvertrag ab und will ihn bis zum nächsten Mittag abmurksen. Diverse Versuche schlagen aber fehl; Herfort verliebt sich inzwischen in die fesche Kitty und will plötzlich nicht mehr sterben. Doch Kuttlapp hat den Vertrag bereits auf einen Spezialisten überschrieben: Jim, den Mann mit der Narbe ...
«Was für ein frecher, kecker, dreister Film! Der junge Regisseur Robert Siodmak (er ist beim Dreh gerade dreissig) setzt sich über alle Konventionen hinweg, zeigt den etablierten Filmern, dass es auch völlig anders geht, und setzt eine Story in Gang, die mit dem makabren Thema Suizid spielt. (...) Dieses Thema des vergeblichen Selbstmordes hat Billy Wilder in seinen Filmen immer wieder abgewandelt (z. B. The Apartment, Buddy Buddy). Eine turbulente Kriminalgroteske, bei der das Lachen allerdings im Halse stecken bleibt. Mit der Verzweiflungstat Selbstmord wird gespielt, es werden die Dinge einfach auf den Kopf gestellt. (...) So viel Ironie und Unverschämtheit in einem einzigen Film hat sich in Siodmaks Biografie nicht wiederholt. Bei Wilder schon eher.» Falk Schwarz, filmportal.de, 23.3.2017
Erhalten ist nur die Kurzfassung des Films mit dem Titel Jim, der Mann mit der Narbe.
53 Min. / sw / DCP / D

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Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Billy Wilder, Ludwig Hirschfeld, Curt Siodmak, Robert Siodmak
Autor: Ernst Neubach
Kamera: Konstantin Tschet, Otto Baecker
Musik: Friedrich Hollaender, Franz Waxman
Schnitt: Viktor Gertler
Besetzung: Heinz Rühmann (Hans Herfort), Lien Deyers (Kitty), Raimund Janitschek (Otto Kuttlapp), Hans Leibelt (Generaldirektor Adamowski), Hermann Speelmans (Jim), Friedrich Hollaender (Vorsitzender des Vereins «Weisse Weste»)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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«So wie ‹Finnegans Wake›, das Kunstwerk, mit dem Histoire(s) du cinéma am ehesten vergleichbar scheint, sich irgendwann in eine theoretische Phase nach dem Ende der englischen Sprache, wie wir sie kennen, versetzt, projiziert sich Godards Opus magnum ebenfalls in die Zukunft, um zu fragen: ‹Was war Kino?› Es handelt sich um ein schichtweise aufgebautes Werk, sowohl akustisch als auch visuell – eine Dimension, die besonders deutlich wird durch das dichte Gewebe, das durch die einzelnen Kanäle des Soundtracks entsteht. (...) Wenn man sich die Anmerkungen und Bearbeitungen von Histoire(s) du cinéma ansieht, kann man erkennen, dass sie den ganzen Weg von Godards Sichtweise der Filmkritik bis hin zu etwas führen, das vielleicht der Philosophie oder sogar der Psychoanalyse näher kommt.» (Jonathan Rosenbaum, ecm-records.com, 1999)
Histoire(s) du cinéma besteht aus vier Kapiteln, die jeweils aus zwei Teilen bestehen. Wir zeigen in diesem Programm ausschliesslich den ersten Teil des ersten Kapitels mit dem Titel Toutes les histoires.
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