Filmpodium

Sa, 13.07.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Der Mann, der seinen Mörder sucht

Robert Siodmak (Deutschland 1931)

Billy Wilder
Billy Wilder, 1906 als Samuel Wilder in Galizien geboren und von seiner anglophilen Mutter zunächst «Billie» gerufen, hatte sich schon in Deutschland einen Namen als Drehbuchautor zahlreicher Filmoperetten, Schwänke und Komödien gemacht, ehe er nach der Machtübernahme der Nazis via Frankreich in die USA emigrierte und in Hollywood eine neue Karriere begann. Ob Screwball Comedy oder Film noir, Melodrama oder Satire, Wilders Werke zeichneten sich stets durch Scharfsinn, Witz und einen illusionslosen Blick auf seine Mitmenschen aus.

Hans Herfort will Selbstmord begehen, bringt es jedoch nicht über sich. Da kommt ihm der Einbrecher Kuttlapp gerade recht. Der schliesst mit ihm einen Mordvertrag ab und will ihn bis zum nächsten Mittag abmurksen. Diverse Versuche schlagen aber fehl; Herfort verliebt sich inzwischen in die fesche Kitty und will plötzlich nicht mehr sterben. Doch Kuttlapp hat den Vertrag bereits auf einen Spezialisten überschrieben: Jim, den Mann mit der Narbe ...
«Was für ein frecher, kecker, dreister Film! Der junge Regisseur Robert Siodmak (er ist beim Dreh gerade dreissig) setzt sich über alle Konventionen hinweg, zeigt den etablierten Filmern, dass es auch völlig anders geht, und setzt eine Story in Gang, die mit dem makabren Thema Suizid spielt. (...) Dieses Thema des vergeblichen Selbstmordes hat Billy Wilder in seinen Filmen immer wieder abgewandelt (z. B. The Apartment, Buddy Buddy). Eine turbulente Kriminalgroteske, bei der das Lachen allerdings im Halse stecken bleibt. Mit der Verzweiflungstat Selbstmord wird gespielt, es werden die Dinge einfach auf den Kopf gestellt. (...) So viel Ironie und Unverschämtheit in einem einzigen Film hat sich in Siodmaks Biografie nicht wiederholt. Bei Wilder schon eher.» Falk Schwarz, filmportal.de, 23.3.2017
Erhalten ist nur die Kurzfassung des Films mit dem Titel Jim, der Mann mit der Narbe.
53 Min. / sw / DCP / D

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Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Robert Siodmak
Drehbuch: Billy Wilder, Ludwig Hirschfeld, Curt Siodmak, Robert Siodmak
Autor: Ernst Neubach
Kamera: Konstantin Tschet, Otto Baecker
Musik: Friedrich Hollaender, Franz Waxman
Schnitt: Viktor Gertler
Besetzung: Heinz Rühmann (Hans Herfort), Lien Deyers (Kitty), Raimund Janitschek (Otto Kuttlapp), Hans Leibelt (Generaldirektor Adamowski), Hermann Speelmans (Jim), Friedrich Hollaender (Vorsitzender des Vereins «Weisse Weste»)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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L'âge d'or (Frankreich 1930)
Aus dem verspielten «épater le bourgeois» von Un chien andalou wird jetzt blutiger Ernst:
«Gezeigt wird ein Liebespaar, das am Vollzug seiner Liebe durch die ‹etablierten Ordnungsmächte› gehindert wird. Eine ‹normale› Handlung gibt es allerdings in diesem Film nicht. Die Geschichte einer Amour fou, einer unbedingten, alle Konventionen verachtenden Liebe wird unterbrochen, kontrastiert und kommentiert durch Wochenschaubilder und durch Sequenzen eines Dokumentarfilms über Skorpione. Die ‹Ordnungsmächte› – Kirche, Militär, Familie – werden in berühmt gewordenen Sequenzen attackiert. (…) Der Schluss des Films ist eine deutliche Anspielung auf die ‹120 Tage von Sodom› des Marquis de Sade: Vier Männer verlassen ein Schloss, in dem sie 120 Tage in wildesten Ausschweifungen verbracht haben; einer von ihnen sieht aus wie eine populäre Christus-Darstellung. Dieser Film schockierte die bürgerliche Welt.» (Reclams Filmführer)
Die Vorführung des Films in Paris wurde durch rechtsextreme Krawallmacher gestört; der Polizeipräfekt Chiappe nahm dies zum Vorwand, den Film zu verbieten. Erst 1981 wurde L’âge d’or in Frankreich freigegeben.
Die 4K-Restaurierung wurde von der Cinémathèque française und dem Centre Pompidou, MNAM-CCI/Service du cinéma expérimental, mit Unterstützung von Pathé und Maison de Champagne Piper-Heidsieck, Sponsoren der Cinémathèque française, durchgeführt. Die Arbeiten am Bild wurden im Hiventy-Labor, die am Ton im L.E. Diapason-Studio unter Verwendung der originalen Nitratbild- und Tonnegative und von Sicherungselementen durchgeführt.
Das ursprüngliche Nitratbildnegativ wurde durch Immersion gescannt und das Tonnegativ wurde unter Berücksichtigung des noch unvollkommenen Nachsynchronisationssystems von 1930 wiederhergestellt. Eine damalige Vorführkopie wurde als Referenz für die Lichtbestimmung verwendet. Die Fehler, wie sie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion auftreten, wurden bewusst erhalten. Einige der im Zerfall begriffene Einstellungen wurden durch Zwischenkopien aus der 1993 vom Centre Pompidou durchgeführten Analog-Restaurierung ersetzt. Ebenso ermöglichten es die Sicherungselemente, die fehlenden Rollen der Tonspur zu vervollständigen


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