Filmpodium

So, 25.08.2019 | 20:45 - 22:30 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

The Front Page

Billy Wilder (USA 1974)

Billy Wilder
Billy Wilder, 1906 als Samuel Wilder in Galizien geboren und von seiner anglophilen Mutter zunächst «Billie» gerufen, hatte sich schon in Deutschland einen Namen als Drehbuchautor zahlreicher Filmoperetten, Schwänke und Komödien gemacht, ehe er nach der Machtübernahme der Nazis via Frankreich in die USA emigrierte und in Hollywood eine neue Karriere begann. Ob Screwball Comedy oder Film noir, Melodrama oder Satire, Wilders Werke zeichneten sich stets durch Scharfsinn, Witz und einen illusionslosen Blick auf seine Mitmenschen aus.

English text below

In den 1920er-Jahren soll der Chicagoer Linksaktivist Earl Williams gehängt werden. Zeitungsmann Walter Burns will, dass sein Starreporter Hildy Johnson heimlich Fotos der Hinrichtung knipst. Hildy ist aber frisch verlobt und kündigt. Doch als er zum Abschied in den Presseraum des Gefängnisses geht, fällt ihm der ausgebrochene Williams in die Hände.
Wilder bleibt scheinbar den Bühnenursprüngen des Stücks treu, geisselt aber die auch in den 70er-Jahren herrschende rechtskonservative Paranoia ebenso wie die Skrupellosigkeit der Presse und mildert ein wenig die Misogynie der Vorlage. Helden gibt es keine, denn auch Hildy lässt seine junge Braut (Susan Sarandon in einer frühen Rolle) auuser Acht, um wieder auf das Medienkarussell zu steigen. (mb)
«Zusammengehalten wird das Ganze von der Vorliebe des Regisseurs für Schwindler, die, wie ich meine, eigentlich von seiner Bewunderung für Menschen herrührt, die ungezügelt durchs Leben preschen und dabei alle jene einschüchtern, die es besser wissen sollten.» (Vincent Canby, The New York Times, 19.12.1974) «Zum einen ist es erfrischend, einen Regisseur zu finden, der immer noch Dialogfilme macht, nicht Spektakel, und der an die Macht des gesprochenen Wortes als Ausdrucksmittel glaubt. Zum andern wirkt Wilders einzigartige Mischung von Zynismus und Leidenschaft viel tiefgründiger als früher. Tiefgründiger und moderner. Was Wilder offenbar betrauert, ist das Ende Hollywoods und die Aufsplitterung von dessen ehemals homogenem Publikum in individualistische Enklaven, in denen jedermann brüllt und eigentlich niemand zuhört.» (Andrew Sarris, The Village Voice, 23.12.1974)

In the 1920s, Chicago left-wing activist Earl Williams is due to be hanged. Newspaperman Walter Burns wants his star reporter Hildy Johnson to secretly take pictures of the execution. Hildy, however, is freshly engaged to be married and quits. But when he goes to the press office of the prison to say goodbye to his peers, the newly escaped Williams falls into his hands.
Wilder superficially remains true to the material's theatrical origins, but he also skewers the right-wing conservative paranoia of the 1970s as well as the ruthlessness of the press while toning down the misogyny of the play. There are no heroes, as Hildy also abandons his young bride (Susan Sarandon in an early role) to jump back on the media bandwagon. (mb)
«The cohesive force is the director's fondness for frauds, which, I suspect, is really an admiration for people who barrel on through life completely intimidating those who should know better.» (Vincent Canby, The New York Times, 19/12/1974)
«For one thing, it is refreshing to find a director who is still making talkies instead of gawkies, and who thus still believes in the spoken word as a vehicle of expression. For another, Wilder's unique blend of cynicism and passion seems much more profound than it once did. More profound and more contemporary. What Wilder seems to be mourning is the end of Hollywood and the dispersal of its audience into individualistic enclaves in which everyone yells and no one really listens.» (Andrew Sarris, The Village Voice, 23/12/1974)

105 Min. / Farbe / Digital HD / E/d

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

25.08.2019
20:45 - 22:30 UHR

13.09.2019
15:30 - 17:15 UHR

21.09.2019
18:15 - 20:00 UHR

Besetzung / Künstler

Regie: Billy Wilder
Drehbuch: Billy Wilder, I. A. L. Diamond
Autor: Ben Hecht, Charles MacArthur
Kamera: Jordan S. Cronenweth
Musik: Billy May
Schnitt: Ralph E. Winters
Besetzung: Jack Lemmon (Hildy Johnson), Walter Matthau (Walter Burns), Susan Sarandon (Peggy Grant), Vincent Gardenia (Sheriff), David Wayne (Bensinger), Allen Garfield (Kruger), Austin Pendleton (Earl Williams), Charles Durning (Murphy), Carol Burnett (Mollie Malloy)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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