Schauspielhaus Zürich

Di, 20.06.2017, Pfauen
20:00 UHR

TICKET

Herr Puntila und sein Knecht Matti

Herr Puntila und sein Knecht Matti
Pfauen
Premiere am 06. Mai 2017
Unterstützt von der Hans Imholz Stiftung

„In Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ geht es um das beginnende Krepieren männlicher Omnipotenz. Wir beobachten in einer der beiden Titelfiguren die Diskrepanz zwischen dem eigenen Funktionieren und dem menschlichen Handeln unter heroischen Machtverhältnissen, die nur noch über die Drogeneinnahme reguliert werden kann. Das mag humorlos und sehr ernsthaft klingen, aber Bert Brecht hat diesen Klassenkampf auf dem Land mit Lust und Witz betrachtet und uns eine grossartige Komödie hinterlassen.“ Sebastian Baumgarten

Mit dem finnischen Gutsbesitzer Puntila entwarf Bertolt Brecht das Porträt eines Kapitalisten mit zwei Gesichtern: Während seine Menschlichkeit mit dem Grad seiner Betrunkenheit wächst, ist er nüchtern ein Ausbeuter, der seine Untergebenen auf oft brutale und hinterhältige Weise schikaniert. In betrunkenem Zustand jedoch zieht er seinen Chauffeur Matti ins Vertrauen darüber, dass er es bereut, die bevorstehende Hochzeit seiner Tochter Eva mit dem langweiligen Attaché arrangiert zu haben – und in seinem Rausch hält Puntila ausgerechnet Matti für den idealen Bräutigam seiner Tochter. Der standesbewusste Matti sieht jedoch in der Klassenzugehörigkeit Evas ein unüberwindbares Hindernis und lässt sie zu einem „Examen“ antreten – doch Eva besteht die Prüfung zur einfachen Frau aus dem Volk nicht. Matti verlässt schliesslich Puntilas Hof mit den Worten: „Der Schlimmste bist du nicht, den ich getroffen / Denn du bist fast ein Mensch, wenn du besoffen.“

Brechts Volksstück entstand 1940 im Exil nach einer Vorlage der finnischen Autorin Hella Wuolijoki und wurde im Juni 1948 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. In der „Ausformung des Klassenantagonismus zwischen Puntila und Matti“, so Brecht in seinen Notizen, „macht es die Verlogenheit und Gefährlichkeit der bestehenden Herrschaftsverhältnisse deutlich.“ Denn in der kapitalistischen Gesellschaft sei der Mensch gezwungen, in einer Bewusstseinsspaltung zu leben und seine gute Natur zu verleugnen. Puntila ist für ihn eine Ausgeburt des Kapitalismus: „auszulachen im Suff, verabscheuungswürdig in der Nüchternheit.“

Sebastian Baumgarten studierte Opernregie in Berlin und ist seit seiner Zeit als Assistent von Ruth Berghaus und Robert Wilson sowie Mitarbeiter von Einar Schleef als Grenzgänger zwischen Schauspiel- und Opernhäusern unterwegs. Am Opernhaus Zürich waren „Don Giovanni“ und „Hamletmaschine“ zu sehen, am Schauspielhaus inszenierte er „Die Affäre Rue de Lourcine“ von Eugène Labiche, Brechts „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2013) sowie zuletzt „Schuld und Sühne“ nach dem Roman von Fjodor Dostojewski.

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Personen

Puntila, Gutsbesitzer:
Robert Hunger-Bühler
Eva Puntila, seine Tochter:
Carolin Conrad
Matti, sein Chauffeur:
Johann Jürgens
Der Attaché / Der Viehdoktor / Der rote Surkkala:
Jirka Zett
Der Richter / Der Rothaarige:
Klaus Brömmelmeier
Die Schmugglermama / Die Pröpstin:
Susanne-Marie Wrage
Das Apothekenfräulein / Der Kümmerliche:
Miriam Maertens
Die Telefonistin:
Dagna Litzenberger Vinet
Laina / Ein dicker Mann:
Gottfried Breitfuss
Musik:
Alexander Tucker
Regie:
Sebastian Baumgarten
Bühne:
Thilo Reuther
Kostüme:
Christina Schmitt
Video:
Chris Kondek
Videomitarbeit:
Tabea Rothfuchs
Licht:
Frank Bittermann
Dramaturgie:
Gwendolyne Melchinger
Regieassistenz:
Clara Isabelle Dobbertin
Bühnenbildassistenz:
Marie Hartung
Kostümassistenz:
Tiziana Angela Ramsauer
Souffleuse:
Yvette Simone Pfeil
Inspizienz:
Ralf Fuhrmann
Theaterpädagogik:
Anne Britting
Regiehospitanz:
Sophie Angern
Bühnenbildhospitanz:
Heinrich Thommen
Kostümhospitanz:
Paula Herrmann
Sophie Angehrn
Kenza Jennifer Nessaf

Veranstaltungsort

Pfauen


Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz.


Adresse:

Rämistrasse 34
8001 Zürich
Empfang: +41 (0)44 258 70 70
Kasse: +41 (0)44 258 77 77
Theaterkasse theaterkasse@schauspielhaus.ch

Erreichbarkeit:

Öffentlicher Verkehr
Tram Nr. 3, 5, 8, 9 oder Bus Nr. 31 bis «Kunsthaus»

Parkplätze
Parkhaus «Hohe Promenade», Rämistrasse 22a
oder auf gebührenpflichtigen Parkplätzen

Zugänglichkeit:

Sämtliche Bühnen sind barrierefrei zu erreichen. Gerne reservieren wir einen Rollstuhlplatz für Sie. Ein Anruf an der Theaterkasse unter +41 (0)44 258 77 77 genügt.

Gastroangebot:

Vor und nach dem Theaterbesuch im Pfauen empfehlen wir Ihnen den Besuch des im Gebäude gelegenen Restaurants Santa Lucia Teatro. Kurzfristige Reservationen nimmt auch unser Foyerpersonal gerne entgegen. Für den kleinen Hunger vor Vorstellungsbeginn oder das Glas Champagner in der Pause hat im Pfauen-Foyer vor und nach der Aufführung eine Snack-Bar geöffnet.


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