Schauspielhaus Zürich

Di, 20.06.2017, Box
20:15 UHR

TICKET

Jakob von Gunten

in einer Bühnenfassung von Barbara Frey und Amely Joana Haag

Jakob von Gunten

„Jakob von Gunten“ ist als Gegenentwurf zum heutigen Lebensoptimierungs- und Effizienzwahn gleichermassen heiter wie beunruhigend. Walsers Antihelden sind ausnahmslos einsame Menschen, die permanent ihre eigene Welt erfinden müssen, weil die Welt, so wie sie ist, nichts für sie bereithält.“ Barbara Frey

„Man lernt hier sehr wenig, es fehlt an Lehrkräften und wir Knaben vom Institut Benjamenta werden es zu nichts bringen, wir werden alle etwas sehr Kleines und Untergeordnetes im späteren Leben sein“, beginnt Robert Walsers fiktiver Tagebuchroman aus der Perspektive des Internatszöglings Jakob von Gunten, erschienen im Jahr 1909. Der Ort der Handlung ist eine Dienerschule, in welcher die Entwicklung der Schüler nicht gefördert, sondern verhindert wird. Die Lehrer schlafen, sind tot, scheintot oder versteinert, ausser dem monströsen Vorsteher Herrn Benjamenta und seiner leidenden Schwester Fräulein Benjamenta. Der Grundsatz des Instituts lautet „Wenig, aber gründlich!“. Jakob von Gunten ist intelligent und stammt aus bürgerlichen Verhältnissen, jedoch verfolgt er stoisch das Ziel, eine „reizende, kugelrunde Null“ zu werden. Er führt ein sonderbares Doppelleben, ein geregeltes und ein ungeregeltes, hochmütig und demütig zugleich, ein ernsthafter Spieler, der seine Traumvisionen nicht von der Realität trennt. Am Ende dieses avantgardistischen, verstörenden Anti-Bildungsromans bleiben nur der Vorsteher des sich auflösenden Instituts – einem entthronten König gleich – und Jakob von Gunten übrig. Fräulein Benjamenta ist an Lieblosigkeit gestorben und die anderen Eleven haben ihre Anstellung als Diener erhalten. Herr Benjamenta, der sich selbst als bedrohlichen Unmenschen bezeichnet, fühlt sich in der Gegenwart von Jakob zum ersten Mal lebendig und fleht ihn an, mit ihm in die Welt hinaus zu ziehen. Zuletzt reiten der Herr und sein Zögling Seite an Seite in die Wüste, ins Nichts und der Erzähler fragt: „Und wenn ich zerschelle und verderbe, was bricht und verdirbt dann? Eine Null.“

Der dritte und meistdiskutierte Roman des herausragenden Schweizer Schriftstellers und gesellschaftlichen Aussenseiters Robert Walser (1878–1956) wurde in 25 Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt. Walser war mit seiner scharfsinnigen Beschreibung von Entfremdung und Wertnihilismus seiner Zeit voraus.

Barbara Frey, die Walsers Leidenschaft teilt, das Gigantische im Detail aufzuspüren, wird den Roman erstmals in Zürich auf die Bühne bringen.

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Personen

Schauspieler:
Hans Kremer
Stefan Kurt
Michael Maertens
Klavier und Celesta:
Iñigo Giner Miranda
Regie:
Barbara Frey
Bühne und Kostüme:
Bettina Meyer
Licht:
Rainer Küng
Dramaturgie:
Amely Joana Haag
Regieassistenz:
Marco Milling
Bühnenbildassistenz:
Selina Puorger
Kostümassistenz:
Selina Tholl
Souffleuse:
Gabriele Seifert
Inspizienz:
Aleksandar Sascha Dinevski

Veranstaltungsort

Box


Adresse:

Schiffbaustrasse 4
8005 Zürich
Empfang +41 (0)44 258 70 70
Kasse +41 (0)44 258 77 77
Theaterkasse theaterkasse@schauspielhaus.ch

Erreichbarkeit:

Der Schiffbau mit den Spielstätten Halle, Box und Matchbox ist ab Hauptbahnhof mit der Tramlinie 4 (Haltestelle „Schiffbau“) oder mit der S-Bahn (Haltestelle „Hardbrücke“) zu erreichen. Zusätzlich verkehren über die Haltestelle „Schiffbau“ auch die Buslinien 33, 71 und 72.

Zugänglichkeit:

Sämtliche Bühnen sind barrierefrei zu erreichen. Gerne reservieren wir einen Rollstuhlplatz für Sie. Ein Anruf an der Theaterkasse unter +41 (0)44 258 77 77 genügt.

Gastroangebot:

Das LaSalle Restaurant & Bar ist Teil des architektonisch beeindruckenden Schiffbau-Areals. Es werden hauptsächlich Gerichte aus der französischen und italienischen Küche serviert. Der in ein Speiselokal und eine Bar mit Stammtisch gegliederte Raum bildet die Kulisse, in der das Tafeln vor und nach der Vorstellung täglich neu inszeniert wird. Die Schiffbau-Bar im Foyer hat von Montag bis Samstag von 17 bis 24 Uhr sowie an Vorstellungssonntagen von 18 bis 24 Uhr für Sie geöffnet!


Weitere Veranstaltungen

Inszenierungseinblick

Inszenierungseinblick (September, Oktober)

Saisoneröffnungsfest

Saisoneröffnungsfest (September)

bild

Die Dreigroschenoper (September)

bild

Fratelli (September, Oktober)

Winterreise

Winterreise (September, Oktober)

Welches Jahr haben wir gerade?

Welches Jahr haben wir gerade? (September, Oktober)

Blick hinter die Kulissen

Blick hinter die Kulissen (September)

bild

ZKO im Pfauen: Anoushka Shankar & Manu Delago (September)

Slam-Poetry-Gala zur Saisoneröffnung

Slam-Poetry-Gala zur Saisoneröffnung (September)

Andorra

Andorra (September)

bild

Die fremde Frau und der Mann unter dem Bett (September, Oktober)

Theater im Gespräch

Theater im Gespräch (September, Oktober)

Lauschzeit

Lauschzeit (September)

bild

Buddenbrooks (September)

bild

Kulturführerschein 2017/2018 (Oktober)

bild

Information zum Schuljahr 2017/18 (Oktober)

Zürcher Gespräche mit Philipp Hildebrand

Zürcher Gespräche mit Philipp Hildebrand (Oktober)

bild

Bert (Oktober)

Lesung „Swing Time“ von Zadie Smith

Lesung „Swing Time“ von Zadie Smith (Oktober)

bild

Der zerbrochne Krug (Oktober)

bild

Spielclub Generationen (Oktober)

Theater Campus

Theater Campus (Oktober)

Ursus & Nadeschkin: Perlen, Freaks & Special Guests

Ursus & Nadeschkin: Perlen, Freaks & Special Guests (Oktober)

bild

Theaterlabor (Oktober)

bild

DEN SCHLÄCHTERN IST KALT oder OHLALAHELVETIA (November)

Verleihung Zürcher Festspielpreis an Peter von Matt

Verleihung Zürcher Festspielpreis an Peter von Matt (November)

bild

Nationaler Zukunftstag (November)

bild

Peter Pan (November)

bild

Club der EntdeckerInnen 10+ (November)

bild

Meet me (November)

ZKO im Pfauen: Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert

ZKO im Pfauen: Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert (November)

bild

BEUTE FRAUEN KRIEG (Dezember)

bild

Wir nehmen es auf uns (Mir nämeds uf öis) (Dezember)

ZKO im Pfauen: Mozart, Beethoven und Haydn

ZKO im Pfauen: Mozart, Beethoven und Haydn (Dezember)

bild

Spielclub Generationen (Dezember)

ZKO im Pfauen: Kinderkonzert „Tino Flautino 3“

ZKO im Pfauen: Kinderkonzert „Tino Flautino 3“ (Januar)

bild

Hundeherz (Januar)

ZKO im Pfauen: Kinderkonzert „Globi und wie das Glück in die Schokolade kommt“

ZKO im Pfauen: Kinderkonzert „Globi und wie das Glück in die Schokolade kommt“ (April)

ZKO im Pfauen: Giuseppe Antonio Brescianello und Johann Sebastian Bach

ZKO im Pfauen: Giuseppe Antonio Brescianello und Johann Sebastian Bach (April)

ZKO im Pfauen: Pfingstkonzert Johann Sebastian Bach

ZKO im Pfauen: Pfingstkonzert Johann Sebastian Bach (Mai)