Schauspielhaus Zürich

So, 01.03.2020 | 18:00 UHR
Pfauen
Rämistrasse 34 | Zürich

TICKET

Der Mensch erscheint im Holozän

Max Frisch

«Der Mensch bleibt ein Laie.» (Max Frisch) – Da rutscht ein Berg ab und ein Mensch verliert sein Gedächtnis. Viel mehr passiert erst einmal nicht in der Erzählung Max Frischs, die vor 40 Jahren erschienen ist. Der Protagonist Herr Geiser und der Berg driften sanft ins Vergessen. Die Katastrophe dauert und es gibt Schönes in ihr. So auch heute, da dem erdgeschichtlichen Zeitalter Holozän, in dem die Erde sich seit knapp 12.000 Jahren befindet, der Rang abgelaufen wird vom Anthropozän, dessen Name (anthropos = ‹Mensch› auf Altgriechisch) dem menschlichen Einfluss auf die Erdgeschichte Rechnung trägt. Es wird eine Zeit nach der menschlichen geben, so wie es eine Zeit vor ihr gab: «Katastrophen kennt allein der Mensch, die Natur kennt keine Katastrophen», – schreibt jedenfalls Max Frisch.

Wird aber womöglich der Mensch, so mag man fragen, in letzter Minute nicht doch von seiner Erfindungsgabe gerettet, von seiner innigen Beziehung zur Technologie? Unter einem fast zärtlichen Blick verschwindet der Mensch und Demenzkranke Herr Geiser in der Erzählung – statt der Erdmassen erodiert hier langsam ein Selbst. Aber: Liegt im Vergessen nicht auch eine Erleichterung? Die Ästhetik Alexander Giesches, die sich immer zwischen Virtuellem und Analogem, zwischen Simulation und allzu Realem bewegt, macht die Schönheit in der Katastrophe und ihre Potenziale zur Heilung spürbar.

«Die Parabel übers Vergessen und Vergehen, Alexander Giesche hat sie in trostlos-traumschöne Bilder übersetzt.» (St. Galler Tagblatt, 25.1.2020)

«Irgendwann passen sich die zuckenden Tropfen an und es scheint, als würden sie mit dem Beat tanzen. Einbildung, hervorgerufen durch mein Gefesselt-sein an das Geschehen? Vielleicht. Vielleicht aber eher ein Beweis für die technische Perfektion, die in dieser Arbeit steckt.» (Julius Fintelmann, 26.1.2020)

«Das Doppel Pfamatter und Reichert spielt sich die Geiser-Gedanken und «Holozän»-Motive zu wie Bälle eines bittersüssen Spiels, das man nicht gewinnen kann.» (Tages Anzeiger, 24.1.2020)

«Theater als ein in alle Interpretationsräume offenes Sinnenmedium... Giesches Konfrontation ist wegweisend für eine ästhetische Neuorientierung des Hauses. Das Bekannte wird transformiert für ein zukünftiges Theater, das den Blick auf die unbekannte Welt neu justieren soll.» (NZZ, 24.1.2020)

Einführung 30 Min vor der Aufführung am 31.01., 04.02., 07.02., 12.02., 15.02., 24.02., 26.02. und 23.03. Achtung: Einsatz von Stroboskopen und Nebel!

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Daten und Tickets

01.03.2020, Pfauen
18:00 UHR

TICKET

23.03.2020, Pfauen
20:00 UHR

TICKET

Video

Besetzung / Künstler

Mit Karin Pfammatter, Maximilian Reichert

Inszenierung: Alexander Giesche
Bühne: Nadia Fistarol
Video: Luis August Krawen
Kostüme: Felix Lübkemann
Komposition: Ludwig Abraham
Licht: Frank Bittermann
Dramaturgie: Joshua Wicke
Audience Development: Philine Erni
Theaterpädagogik: Patrick Oes
Theaterpädagogische Assistenz: Nadir Ak
Kostümbildassistenz: Ulf Brauner
Bühnenbildassistenz: Marie Hartung
Produktionsassistenz: Natascha Zander
Kinderstatist*innen: Benjamin Bubica, Rosa Curi, Alexia Finocchiaro-Piu, Julia Kalberer, Matti Kramer, Cara Stäger

Veranstaltungsort

Pfauen


Der Pfauen, gegenüber vom Kunsthaus am Heimplatz/Rämistrasse gelegen, ist die grösste Bühne des Schauspielhauses. Architektonisch eine so genannte Guckkastenbühne, bietet der Pfauen – im Parkett, im Rang und in den Logen – bis zu 750 Zuschauern Platz.


Adresse:

Rämistrasse 34
8001 Zürich
Empfang: +41 (0)44 258 70 70
Kasse: +41 (0)44 258 77 77
Theaterkasse theaterkasse@schauspielhaus.ch

Erreichbarkeit:

Öffentlicher Verkehr
Tram Nr. 3, 5, 8, 9 oder Bus Nr. 31 bis «Kunsthaus»

Parkplätze
Parkhaus «Hohe Promenade», Rämistrasse 22a
oder auf gebührenpflichtigen Parkplätzen

Zugänglichkeit:

Sämtliche Bühnen sind barrierefrei zu erreichen. Gerne reservieren wir einen Rollstuhlplatz für Sie. Ein Anruf an der Theaterkasse unter +41 (0)44 258 77 77 genügt.

Gastroangebot:

Vor und nach dem Theaterbesuch im Pfauen empfehlen wir Ihnen den Besuch des im Gebäude gelegenen Restaurants Santa Lucia Teatro. Kurzfristige Reservationen nimmt auch unser Foyerpersonal gerne entgegen. Für den kleinen Hunger vor Vorstellungsbeginn oder das Glas Champagner in der Pause hat im Pfauen-Foyer vor und nach der Aufführung eine Snack-Bar geöffnet.


Weitere Veranstaltungen

Hans Schleif: Von: Matthias Neukirch und Julian Klein (Februar)

L79: Daniel Cohn-Bendit (Februar)

Schneewittchen für Erwachsene: Von: Nicolas Stemann, nach: Gebrüder Grimm / / Inszenierung: Nicolas Stemann (Februar, März)

Holozän: Nachglühen: Nachgespräch mit Gästen (März)

Werther!: Nach: Johann Wolfgang von Goethe / / Inszenierung: Nicolas Stemann (März)

Unterwerfung: Nach dem Roman von Michel Houellebecq / Inszenierung: Johan Simons (März)

Faust Ⅰ: Von: Johann Wolfgang von Goethe / Inszenierung: Nicolas Stemann (März, April)

Composition ⅠⅠ: Von und mit: Moved by the Motion (Wu Tsang & boychild mit Josh Johnson, Asma Maroof und Gäste) (März)

Greta: Ein Klassenzimmerstück von Lucien Haug & Suna Gürler / Inszenierung: Suna Gürler  (März, April, Juni)

PERFORMERS RULE Lyrik&Loops: Ein Abend von und mit Jenny Schily, Thomas Kürstner, Sebastian Vogel, echten und erdichteten Gästen. (März, April)

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Offene Bühne: Jeden ersten Samstag im Monat (März)

Früchte des Zorns: Nach: John Steinbeck  / Inszenierung: Christopher Rüping  (März)

Backstage Hopping Pfauen: Führungen (März)

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Backstage Hopping Schiffbau: Führungen (März)

Houellebecq: Streitgespräch: Steiner & Tingler diskutieren (März)

Leonce und Leonce: Inszenierung: Leonie Böhm (März, April)

Das Weinen  (Das Wähnen): Nach Texten von Dieter Roth / Inszenierung: Christoph Marthaler (März, April)

Poetry Slam: Mit Patti Basler (März)

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Frühlings Erwachen: Von Lucien Haug frei nach Frank Wedekind / Inszenierung: Suna Gürler (März)

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The Deathbed of Katherine Dunham: Inszenierung & Choreografie: Trajal Harrell /   (April)

Alles meins!: Frau Berg und ihre Gäste (April, Juni)

ZKO im Pfauen Vom König, vom Kater und der Fiedel (Mai)

TANZFESTIVAL STEPS: IT Dansa (Mai)

Composition III: Von und mit: Moved by the Motion (Wu Tsang & boychild mit Josh Johnson, Asma Maroof und Gäste) (Juni)

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It can't happen here: Nach: Sinclair Lewis / Inszenierung: Christopher Rüping (Juni)