Kino Xenix

Di, 18.06.2019 |
Kanzleistrasse 52 | Zürich

Brian De Palma

Programm Juni/Juli 2019

Bei De Palma kann es gar nicht genug Bilder, Splitscreens, Leinwände, Kamerafahrten geben. Die Bezüge zu anderen Filmen sind aufdringlich präsent: inBLOW OUT (1981) nicht nur Hitchcock, sondern auch Antonioni: John Travolta kommt in minutiöser Detailuntersuchung von Bild- und Tonaufzeichnung einem Mord auf die Spur. Am Anfang von FEMME FATALE (2002) füllt eine Fernsehausstrahlung von Billy Wilders DOUBLE INDEMNITY (1944) die Leinwand, Brian De Palma schreibt dreist den eigenen Namen in dieses Bild, bevor sich der Film mit der sichtbar werdenden Spiegelung seiner Protagonistin davon zu lösen beginnt. Nur um gleich darauf einen weiteren fremden Film, Régis Wargniers EST-OUEST (1999), wiederum im ganzen Bild zu inkorporieren.
Der Beginn von SNAKE EYES (1998) ist eine mehr als zehnminütige Plansequenz, die dem durchgeknallten Polizisten Rick Santoro (Nicolas Cage) in die Arena eines Boxkampfs folgt, dabei aber rastlos Aufzeichnungsbilder von Bildschirmen einliest. Kameras, die Bilder von Kameras zeigen: Das findet sich so oft bei De Palma wie Kamerafahrten, die Wände, die realistischerweise vorhanden sein müssten, so elegant wie ausdrücklich ignorieren. De Palma traut den Bildern nicht, weil er ihnen alles zutraut. Er bevorzugt – auch wenn es immer wieder virtuose Abweichungen zum Mafia-Drama, zur Science-Fiction, zum Kriegsfilm gibt – die Genres Mystery, Horror und Thriller.

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Informationen

Veranstaltungsort

Kino Xenix


Adresse:

Kanzleistrasse 52
8004 Zürich
+41 (0)44 242 04 11
kasse@xenix.ch


Weitere Veranstaltungen

Oktober 2019: Ryan Gosling Revisited: Eigentlich hatte er ja gemeint, das mit der Schauspielerei jetzt erst mal eine Weile sein lassen zu wollen, um sich ganz der Musik und seiner Band Dead Man’s Bones widmen zu können. Das war vor etwa zehn Jahren und nachvollziehbar, schliesslich war er von Kindesbeinen an im Geschäft. Aber dann muss es wohl ein paar Angebote gegeben haben, die er nicht ablehnen konnte, und so wurde nichts aus der Pause. Vielmehr legte Ryan Gosling 2014 sein Filmregiedebüt vor, LOST RIVER, zu dem er auch das Drehbuch schrieb. Fünf Jahre ist das mittlerweile her, Jahre, innerhalb deren der Schauspieler, dessen prägnantestes Merkmal seine so eindrückliche Ausdruckslosigkeit ist, an ein paar Stellschrauben drehte. Wobei sich seine offensichtliche Abneigung gegenüber dem mimischen Feuerwerk durchaus gleich geblieben ist; nach wie vor setzt Gosling darauf, mit seinem schauspielerischen Minimalismus maximale dramatische Wirkung zu erzielen. (Oktober)