Filmpodium

Di, 21.05.2019 | 20:45 UHR
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Bauhaus-Tanzkörper: Nachprüfbare geometrische Formen

Das Blumenwunder (Deutschland 1925)
Mensch und Kunstfigur: Oskar Schlemmer und die Bauhausbühne (BRD 1969)

Bauhaus und Max Bill
Vor 100 Jahren, im Sommer 1919, begann mit der Gründung des Bauhauses in Weimar die Geschichte der wohl berühmtesten Kunsthochschule überhaupt. Neben traditionelle Kunstdisziplinen traten auch neuere wie Fotografie und Film. Vier Programme zeigen, wie der Film am Bauhaus verstanden wurde; sie werden ergänzt durch ein Filmporträt des Zürcher Bauhaus-Schülers Max Bill.


Das Programm versucht die Rekonstruktion eines Filmabends in Dessau: Am 17.3.1927 zeigten und kommentierten die Professoren Walter Gropius und Oskar Schlemmer den Kulturfilm Das Blumenwunder. In einer Art Tanzchoreografie spriessen und keimen Blumen und Pflanzen im Zeitraffer: Kletterpflanzen erklimmen Gitter, Schlingpflanzen ringeln sich um Stäbe, andere strecken ihre Stängel wie Fühler aus. Die farbig viragierten «Pflanzen im Schaugeschäft» wechseln sich ab mit Tanzdarbietungen zeitgenössischer Ausdruckstänzerinnen. Während das Bauhaus die Pflanzenaufnahmen als medial sichtbar gemachte Lebensprozesse bewunderte, missfielen die Ausdruckstänze, sodass Schlemmer als Gegenentwurf streng geometrische Bauhaustänze live vortanzen liess. Einige dieser Tänze lassen den Menschen völlig verschwinden und nähern sich den optischen Lichtspielen des abstrakten Films: Beim Kulissentanz tanzen hochkantige Rechtecke im schwarzen Raum, getragen von verdeckten Tänzern, beim Stäbetanz sind es angeleuchtete Stäbe im schwarzen Raum, befestigt an Armen und Beinen eines unsichtbaren Tänzers im schwarzen Trikot. Die stets live aufgeführten Tänze wurden 1969 von Margarete Hasting rekonstruiert: Mensch und Kunstfigur: Oskar Schlemmer und die Bauhausbühne zeigt neben den erwähnten Tänzen auch den Metalltanz, Raumtanz, Formentanz, Gestentanz u. a.

Einführung: Thomas Tode





Das Blumenwunder / 65 / handkoloriert / Digital SD / Stummfilm mit Originalmusik von Eduard Künneke, eingespielt von Frank Strobel
Regie: Max Reichmann
Kamera: Alfred Löwenstein


Mensch und Kunstfigur: Oskar Schlemmer und die Bauhausbühne / 26 / Farbe / Digital SD / D
Regie: Margarete Hasting

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Einführung: Thomas Tode (15 Min.)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
+41 (0)44 415 33 66
info@filmpodium.ch


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