Filmpodium

So, 14.07.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Mauvaise graine

Billy Wilder, Alexandre Esway (Frankreich 1934)

Billy Wilder
Billy Wilder, 1906 als Samuel Wilder in Galizien geboren und von seiner anglophilen Mutter zunächst «Billie» gerufen, hatte sich schon in Deutschland einen Namen als Drehbuchautor zahlreicher Filmoperetten, Schwänke und Komödien gemacht, ehe er nach der Machtübernahme der Nazis via Frankreich in die USA emigrierte und in Hollywood eine neue Karriere begann. Ob Screwball Comedy oder Film noir, Melodrama oder Satire, Wilders Werke zeichneten sich stets durch Scharfsinn, Witz und einen illusionslosen Blick auf seine Mitmenschen aus.

English text below

Weil er dessen verschwenderischen Lebensstil nicht länger finanzieren will, verkauft ein Pariser Arzt kurzerhand das Auto seines verwöhnten Sohnes Henri. Als dieser seinem Wagen nacheilt, gelingt es ihm, in einem unbeobachteten Moment das Auto zu besteigen und loszufahren, wird aber von Autodieben für einen Rivalen gehalten. Bald macht Henri mit den Ganoven gemeinsame Sache, nicht zuletzt, weil er sich in ihren hübschen Lockvogel Jeannette verliebt hat.
Nach der Flucht aus Nazi-Deutschland machten Wilder, Franz Wachsmann und andere deutsche Filmschaffende in Frankreich Station, ehe sie nach Hollywood auswanderten. Seine erste Koregie (neben dem erfahreneren Ungarn Alexander Esway) übernahm Wilder bei diesem buchstäblich rasanten Vorläufer von Gone in 60 Seconds und «machte Nouvelle Vague, ein Vierteljahrhundert, bevor man dafür einen schicken Namen erfand», wie er sagte. Tatsächlich wirken Pierre Mingand und Danielle Darrieux als Outlaw-Paar wie Vorläufer von Belmondo und Seberg in À bout de souffle. (mb)

Tired of financing his spoilt son's lavish lifestyle, a Parisian doctor sells Henri's car without further ado. As Henri hurries after his car, he manages to get into the car in an unobserved moment and drive off but is taken for a rival by a gang of car thieves. Soon, Henri joins forces with the crooks, not least because he has fallen in love with their pretty decoy Jeannette.
After fleeing Nazi Germany, Wilder, Franz Wachsmann and other German filmmakers stopped off in France before emigrating to Hollywood. Wilder took over his first co-direting job (alongside the more experienced Hungarian Alexandre Esway) with this literally fast-paced forerunner of Gone in 60 Seconds, and «doing Nouvelle Vague a quarter of a century before they invented a fancy name for it,» as he said. Pierre Mingand and Danielle Darrieux as the outlaw couple really do appear like forerunners of Belmondo and Seberg in À bout de souffle. (mb)

73 Min. / sw / DCP / F

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Billy Wilder, Alexandre Esway
Drehbuch: Billy Wilder, Jan Lustig, Max Kolpé
Kamera: Paul Cotteret, Maurice Delattre
Musik: Allan Gray, Franz Waxman
Besetzung: Danielle Darrieux (Jeannette), Pierre Mingand (Henri Pasquier), Raymond Galle (Jean-la-Cravate), Paul Escoffier (Dr. Pasquier), Michel Duran (Bandenchef), Jean Wall (Zebra)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


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Good Night, Nurse! (USA 1918)
Der betrunkene Fatty möchte in einem Lokal Schutz vor dem Unwetter suchen, aber der Besitzer lässt ihn nicht mehr herein. Als er endlich nach Hause kommt, hat seine Frau beschlossen, ihn in ein Sanatorium einzuweisen, um ihn von seiner Trunksucht zu kurieren. Da ihm der Chefarzt der Heilanstalt kein Vertrauen einflösst, versucht Fatty mit einer hübschen Patientin abzuhauen.
Von den Slapstick-Komikern der 1910er-Jahre konnte sich nur Charlie Chaplin in Sachen Ruhm mit Roscoe «Fatty» Arbuckle (1887–1933) messen. Er war ein gewaltiger Star, der auch als Entdecker von Buster Keaton in die Filmgeschichte einging. In Good Night, Nurse! (1918) ist Keaton noch nicht das «Stoneface» und zeigt als flirtender Chefarzt virtuoses Mienenspiel.
The «High Sign» (USA 1921)
Buster heuert bei einer Schiessbude an und gibt sich gegenüber dem Besitzer als Meisterschütze aus. Der Mann ist Chef einer Gangsterbande, deren Mitglieder sich mit einem kuriosen Handzeichen identifizieren. Er befiehlt Buster, den Geizkragen Nicklenurser umzubringen. Aber Nicklenurser und seine Tochter haben soeben Buster als Leibwächter engagiert.
Buster Keaton (1895–1966) drehte The «High Sign» 1921 als ersten Kurzfilm in Eigenregie. Veröffentlicht hat er ihn aber erst später, vermutlich weil er mit der Gestaltung seines Stils und seiner Figur noch nicht zufrieden war. Auch deshalb war der Film eher selten zu sehen, obschon er höchst unterhaltsam ist.
Big Business (USA 1929)
Stan und Ollie hausieren im sonnigen Kalifornien mit Christbäumen. Einer ihrer potenziellen Kunden reagiert unwirsch, als sie bei ihm klingeln. Es kommt zu einer fatalen Eskalation.
Leo McCarey inszenierte diesen Klassiker des rabiaten Slapsticks, in dem das von ihm geschaffene Komiker-Duo Stan Laurel (1890–1965) und Oliver Hardy (1892–1957) seiner Rachsucht und seinem Zerstörungstrieb freien Lauf lässt.
Mabel's Strange Predicament (USA 1914)
Mabel wartet im Hotel auf ihren Liebsten und wird von einem betrunkenen Landstreicher belästigt. Auf ihrer Flucht vor dem zudringlichen Verehrer gerät sie in Teufels Küche.
Mabel Normand (1892–1930) war nicht nur als Model und Schauspielerin erfolgreich, sie führte auch bei zahlreichen Filmen Regie, auch bei Mabel's Strange Predicament (1914). Darin hat Charlie Chaplin seinen zweiten Auftritt überhaupt in der Rolle des Tramps.
(Januar)

Dragnet Girl (Hijosen no onna): Yasujiro Ozu (Japan 1933) (Januar)

The Blot: Lois Weber (Januar)

The Shining (Extended Version): Stanley Kubrick (GB/USA 1979) (Januar, Februar)

Kohlhiesels Töchter: Ernst Lubitsch (Januar)

Borderline: Kenneth Macpherson (Januar)

Pandora and the Flying Dutchman: Albert Lewin (GB 1951) (Januar, Februar)

Georgy Girl: Silvio Narizzano (GB 1966) (Januar, Februar)

Dr. Jekyll and Mr. Hyde: John S. Robertson (USA 1920) (Januar)

Kain und Artjom (Kain i Artem): Pawel Petrow-Bytow (UdSSR 1929) (Februar)

In My Room: Ayelet Albenda (Israel/USA/GB 2017) (Februar)

Erde (Semlja): Alexander Dowshenko (Februar)

The Covered Wagon: James Cruze (USA 1923) (Februar)

Peppermint Frappé: Carlos Saura (Spanien 1967) (Februar)

The Verdict: Sidney Lumet (USA 1982) (Februar)

Die Galgentoni (Tonka Šibenice): Karl Anton (Tschechoslowakei/Deutschland 1930) (Februar)

Alexandre: Jean-François Amiguet (Schweiz 1983) (Februar)