Filmpodium

So, 09.06.2019 |
Nüschelerstrasse 11 | Zürich

Alexandria, nochmals und immer wieder (Iskindariya, kaman wa kaman)

Youssef Chahine (Ägypten/Frankreich 1990)

Youssef Chahine
Nicht nur als Filmemacher, auch wegen seiner politischen und menschlichen Einstellung gilt Youssef Chahine (1926–2008) als einer der grossen Namen des ägyptischen Kinos. Sein Werk umfasst 37 Spiel- und fünf Kurzfilme; er erhielt dafür zahlreiche Preise, vom Tanit d'or am Carthage Film Festival bis zum Silbernen Bären in Berlin, und mehrere Auszeichnungen für sein Lebenswerk, darunter in Venedig und Cannes. Als anlässlich der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen des ägyptischen Kinos eine Liste der 100 einflussreichsten Werke erstellt wurde, standen darauf sieben Filme von Youssef Chahine.

English text below

«Der dritte Teil von Chahines Tetralogie setzt abermals Teile seiner eigenen Biografie filmisch neu zusammen. Chahine selbst spielt dieses Mal sein Alter Ego Yehia. Dieser befindet sich nach dem Gewinn eines Hauptpreises bei der Berlinale (gemeint ist der Preis für Alexandria ... warum?, 1979) auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Die Trennung von einem jungen Schauspieler stürzt ihn jedoch in eine persönliche wie künstlerische Krise. Während eines Hungerstreiks gegen die schlechten Arbeitsbedingungen in der ägyptischen Filmproduktion begegnet er einer aufstrebenden Schauspielerin.» (arsenal-berlin.de, März 2019)
«Aus vielen unterschiedlichen Facetten und Filmstilen zusammengesetzter, mit autobiografischen Elementen angereicherter Film, der von der Liebe zum Kino, zum Leben und zu Alexandria, der Heimatstadt des Regisseurs, erzählt. Chahine beleuchtet die kommerzielle Seite des ägyptischen Filmschaffens, das für die Saudis Musikfilme produziert, beschreibt die katastrophalen Arbeitsbedingungen in seinem Metier und erinnert sich an die Freude, die er empfand, als er 1979 mit dem Silbernen Bären in Berlin ausgezeichnet wurde. Stilistisch ist der Film voller Brüche und ‹Regelverstösse›, nur der Freiheit des Filmemachens verpflichtet. Die Ideenvielfalt und der scheinbar unbekümmerte Umgang mit den Gesetzen des Kinos machen seinen besonderen Reiz aus.» (Lexikon des int. Films)

«The third part of Chahine's tetralogy once again reassembles parts of his own biography. This time, Chahine himself plays his alter ego Yehia. After winning a major award at the Berlinale (i.e. the Silver Bear for Alexandria ... Why?, 1979), Yehia is at the pinnacle of his career. However, his separation from a young actor plunges him into a personal and artistic crisis. During a hunger strike against the poor working conditions in Egyptian film production, he meets an aspiring actress.» (arsenal-berlin.de, March 2019)
105 Min. / Farbe / DCP / Arab/d*

zur Website des Veranstalters/der Veranstaltung

Informationen

Besetzung / Künstler

Regie: Youssef Chahine
Drehbuch: Youssef Chahine
Kamera: Ramses Marzouk
Musik: Mohamed Nouh
Schnitt: Rashida Abdel Salam
Besetzung: Youssef Chahine (Yehia), Yousra (Nadia), Hussein Fahmy (Stelio), Tahia Carioca (Tahia), Amr Abdel Guelil (Amr)

Veranstaltungsort

Filmpodium


Adresse:

Nüschelerstrasse 11
8001 Zürich
Kasse +41 (0)44 211 66 66
Büro +41 (0)44 412 31 28
info@filmpodium.ch


Weitere Veranstaltungen

Petit à petit: Jean Rouch (Frankreich 1971) (Oktober)

Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach? (Dharmaga tongjoguro kan kkadalgun?): Bae Yong-kyun (Südkorea 1989) (Oktober)

Strange Victory: Leo Hurwitz (Oktober)

Un chien andalou/L'âge d'or: Un chien andalou (Frankreich 1928)
«Der grosse Klassiker des surrealistischen Films, der in Zusammenarbeit von Luis Buñuel und Salvador Dalí entstanden ist. Buñuel ist am Anfang des Filmes zu sehen, wie er ein Rasiermesser schleift, mit dem ein Auge zerschnitten wird – einer der berühmtesten Schockmomente der Filmgeschichte.» (Bonner Sommerkino 2004)
«Einige Szenen sind bewusst als anarchische Provokation gedacht, andere lassen sich als poetische Metaphern deuten – insgesamt attackieren die vieldeutigen Bilder nachhaltig die herkömmlichen Vorstellungen von Ratio und Normalität. An deren Stelle tritt die Logik des Traums, die auflösende Kraft der Fantasie.» (Lexikon des int. Films)
L'âge d'or (Frankreich 1930)
Aus dem verspielten «épater le bourgeois» von Un chien andalou wird jetzt blutiger Ernst:
«Gezeigt wird ein Liebespaar, das am Vollzug seiner Liebe durch die ‹etablierten Ordnungsmächte› gehindert wird. Eine ‹normale› Handlung gibt es allerdings in diesem Film nicht. Die Geschichte einer Amour fou, einer unbedingten, alle Konventionen verachtenden Liebe wird unterbrochen, kontrastiert und kommentiert durch Wochenschaubilder und durch Sequenzen eines Dokumentarfilms über Skorpione. Die ‹Ordnungsmächte› – Kirche, Militär, Familie – werden in berühmt gewordenen Sequenzen attackiert. (…) Der Schluss des Films ist eine deutliche Anspielung auf die ‹120 Tage von Sodom› des Marquis de Sade: Vier Männer verlassen ein Schloss, in dem sie 120 Tage in wildesten Ausschweifungen verbracht haben; einer von ihnen sieht aus wie eine populäre Christus-Darstellung. Dieser Film schockierte die bürgerliche Welt.» (Reclams Filmführer)
Die Vorführung des Films in Paris wurde durch rechtsextreme Krawallmacher gestört; der Polizeipräfekt Chiappe nahm dies zum Vorwand, den Film zu verbieten. Erst 1981 wurde L’âge d’or in Frankreich freigegeben.
Die 4K-Restaurierung wurde von der Cinémathèque française und dem Centre Pompidou, MNAM-CCI/Service du cinéma expérimental, mit Unterstützung von Pathé und Maison de Champagne Piper-Heidsieck, Sponsoren der Cinémathèque française, durchgeführt. Die Arbeiten am Bild wurden im Hiventy-Labor, die am Ton im L.E. Diapason-Studio unter Verwendung der originalen Nitratbild- und Tonnegative und von Sicherungselementen durchgeführt.
Das ursprüngliche Nitratbildnegativ wurde durch Immersion gescannt und das Tonnegativ wurde unter Berücksichtigung des noch unvollkommenen Nachsynchronisationssystems von 1930 wiederhergestellt. Eine damalige Vorführkopie wurde als Referenz für die Lichtbestimmung verwendet. Die Fehler, wie sie bei den Dreharbeiten und der Postproduktion auftreten, wurden bewusst erhalten. Einige der im Zerfall begriffene Einstellungen wurden durch Zwischenkopien aus der 1993 vom Centre Pompidou durchgeführten Analog-Restaurierung ersetzt. Ebenso ermöglichten es die Sicherungselemente, die fehlenden Rollen der Tonspur zu vervollständigen


(Oktober)

Do the Right Thing: Spike Lee (USA 1989) (Oktober)

Susana: Luis Buñuel (Mexiko 1950) (Oktober)

Sankofa: Haile Gerima (Burkina Faso/USA/Deutschland 1993) (Oktober)

Uptight: Jules Dassin (USA 1968) (Oktober, November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (4/12) (Oktober)

Milli Vanilli: From Fame to Shame: Oliver Schwehm (Deutschland 2015) (Oktober)

Los olvidados: Luis Buñuel (Mexiko 1950) (Oktober)

Losing Ground: Kathleen Collins (USA 1982) (Oktober, November)

Orfeu Negro (Orfeu Negro): Marcel Camus (Brasilien/Frankreich/Italien 1959) (Oktober)

La hija del engaño : Luis Buñuel (Mexiko 1951) (Oktober)

Touki Bouki: Djibril Diop Mambéty (Senegal 1973) (Oktober)

Rue Cases-Nègres: Euzhan Palcy (Frankreich 1983) (Oktober, November)

Drylongso: Cauleen Smith (USA 1998) (Oktober, November)

La permission: Melvin Van Peebles (Frankreich 1968) (Oktober)

La mort en ce jardin: Luis Buñuel (Mexiko/Frankreich 1956) (Oktober, November)

Night Catches Us: Tanya Hamilton (USA 2010) (Oktober, November)

Before the Rain (Pred doždot): Milčo Mančevski (Mazedonien/GB/Frankreich 1994) (Oktober)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (5/12) (Oktober)

The Learning Tree: Gordon Parks (USA 1969) (Oktober)

The Harder They Come: Perry Henzell (Jamaika 1972) (Oktober, November)

Subida al cielo : Luis Buñuel (Mexiko 1951) (Oktober)

Fête des vignerons (Oktober)

Boyz n the Hood: John Singleton (USA 1991) (Oktober, November)

Él: Luis Buñuel (Mexiko 1953) (Oktober, November)

Buñuel en el laberinto de las tortugas: Salvador Simó (Oktober)

The Killer (Die xue shuang xiong): John Woo (Hongkong 1989) (Oktober)

Cela s'appelle l'aurore: Luis Buñuel (Frankreich/Italien 1956) (Oktober, November)

Letter to My Cousin in China: Henion Han (Südafrika 1999) (Oktober)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (6/12) (Oktober)

Zürcher Filmbuff-Quiz 2019 (November)

Die Kinder des Monsieur Mathieu (Les choristes): Christophe Barratier (Frankreich/Schweiz/Deutschland 2004) (November)

Coffy: Jack Hill (USA 1973) (November)

Rear Window: Alfred Hitchcock (USA 1954) (November)

Ensayo de un crimen: Luis Buñuel (Mexiko 1955) (November)

My Left Foot: Jim Sheridan (Irland/GB 1989) (November)

Zauberlaterne (November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (7/12) (November)

Mossane: Safi Faye (Deutschland/Senegal 1996) (November)

Robinson Crusoe: Luis Buñuel (Mexiko/USA 1954) (November)

The Garden: Derek Jarman (November)

Sex, Lies, and Videotape: Steven Soderbergh (USA 1989) (November)

Jackie Brown: Quentin Tarantino (USA 1997) (November)

Abismos de pasión : Luis Buñuel (Mexiko 1953) (November)

Die Mauer: Jürgen Böttcher (DDR 1990) (November)

Ringvorlesung Filmwissenschaft (8/12) (November)