La noire de ...

Ousmane Sembène

The Story of Film: An Odyssey
Der nordirische Dokumentarfilmer und Autor Mark Cousins beschäftigt sich seit dreissig Jahren mit den unterschiedlichsten Aspekten des Kinos. In The Story of Film: An Odyssey (2011) erzählt er in 17 einstündigen Episoden die Filmgeschichte nach, den Kern bilden dabei kommentierte Filmausschnitte und Interviews mit verschiedenen Filmgrössen und Schauspielern.

English text below

Die junge Senegalesin Diouana arbeitet in Dakar bei einer französischen Familie als Kindermädchen und wird eingeladen, nach Frankreich mitzugehen. Doch im Westen ist sie für alle bloss noch «das schwarze Mädchen». Ihrer Freiheit, ihrer Würde und ihrer Identität beraubt, verzweifelt sie zusehends – schliesslich bleibt ihr nur ein letzter radikaler Akt des Widerstands.
Ousmane Sembènes Langfilmdebüt La noire de ... ist eine scharfe, stringente Parabel über den Neokolonialismus.
«La noire de ... war nicht nur der erste indigene Spielfilm, der im westafrikanischen Senegal gedreht wurde, es war auch der erste schwarzafrikanische Spielfilm, der von einem Schwarzafrikaner gemacht wurde. (...) Die Dekolonisierung in Subsahara-Afrika stellte die Afrikaner vor die Frage: ‹Welche Art von Kunst – und Film – wollen wir selber machen?› (...) Sembène, ein ehemaliger Maurer, lebte eine Zeit lang in Südfrankreich, (...) veröffentlichte einen autobiografischen Roman (...), ging 1962 nach Moskau, studierte Film bei den gleichen Lehrern wie Muratowa u. a. und kehrte zurück, um La noire de … zu drehen. Mit einfachsten Kameratechniken, Spuren von John Ford in den Bildkompositionen und einer sehr einfachen Tontechnik erzählte er die Geschichte der jungen Senegalesin (...). Um dem Film eine Innerlichkeit zu verleihen, verwendete er einen inneren Monolog des Mädchens; um diesen von der von ihren Chefs so dominierten Aussenwelt zu trennen, werden die Gedanken von einer anderen Schauspielerin gesprochen. Das war neu und rückte die verschiedenen Ebenen ihres Lebens in den Mittelpunkt der Geschichte. Sembènes Pionierarbeit inspirierte andere Regisseure; der tunesische Kritiker und Filmemacher Férid Boughedir etwa nannte La noire de ... ‹unglaublich, enorm bewegend, schön, würdevoll, menschlich und intelligent›. Sembène sollte später einige der wichtigsten afrikanischen Filme der 70er-Jahre drehen.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

La noire de … / The Black Girl was not only the first indigenous feature film made in Senegal in West Africa, it was the first black African feature film ever made by a black person. (…) Decolonization in sub-Saharan Africa left Africans with the question ‹what sort of art – and film – do we want to make ourselves?›. (…) Sembene, a former bricklayer, lived in the South of France for a while (…), in the mid 1950s he published an autobiographical novel (…). He went to Moscow in 1962, studied film with the same teachers as Muratova and others and returned to make The Black Girl. Using the simplest of camera techniques, touches of John Ford in his compositions, and very basic sound equipment, he told the story of a young Senegalese woman who becomes a servant in a white household, moves to France with the family becomes desperately lonely and eventually commits suicide. To internalize the film, he used an interior monologue by the girl. To separate this from the outside world so dominated by her bosses, the thoughts are spoken by a different actress. This was new and allowed the layers of her life to become central to the story. Sembene’s pioneering work inspired other directors. The Tunisian critic and filmmaker Ferid Boughedir, for example, called The Black Girl ‹incredibly, powerfully moving, beautiful, dignified, humane and intelligent.› Sembene would go on to make some of the most important African films of the 1970s.” (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

La noire de ... / 65 / Farbe + sw / DCP / F/d
Regie: Ousmane Sembène
Drehbuch: Ousmane Sembène
Autor: Ousmane Sembène
Kamera: Christian Lacoste
Schnitt: André Gaudier
Besetzung: Mbissine Thérèse Diop (Diouana), Anne-Marie Jelinek (Madame), Robert Fontaine (Monsieur), Momar Nar Sene (Diouanas Freund), Toto Bissainthe (Diouanas Stimme)

The House Is Black / 21 / sw / DCP / Farsi/e
Regie: Forugh Farrochzad
Drehbuch: Forugh Farrochzad
Kamera: Soleiman Minassian
Schnitt: Forugh Farrochzad

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