Das Schauspielhaus Zürich bietet als grösstes Sprechtheater der Schweiz ein abwechslungsreiches und spannendes Programm im Herzen von Zürich. Der Spielplan umfasst neben Klassikern auch Uraufführungen und neue Stücke, die politische und ...
GRAF ÖDERLAND
EINE MORITAT IN ZWÖLF BILDERN / von Max Frisch / REGIE: Claudia Bossard
Ein Bankangestellter hat den Hausmeister erschlagen. Einfach so, zack, mit einer Axt und ohne Grund. Während sein Verteidiger Dr. Hahn angestrengt nach einem Motiv sucht, kapituliert der Staatsanwalt Martin vor der Sinnlosigkeit der Tat. Da ist ein Riss in der Ordnung der Dinge. Ein Mörder ohne Motiv. Eine Gerechtigkeit, die nur noch Urlaub will. Die Welt von Martin, dem Hüter des Rechts, steht Kopf. Am Vorabend des Mordprozesses verbrennt er alle Akten und haut ab.
Schluss mit der Monotonie, der bürgerlichen Enge und dem ermüdenden Eiertanz mit seiner Frau, die ausgerechnet Dr. Hahn zum Liebhaber erkoren hat.
Auf seiner Flucht in die Wälder ergreift eine neue Identität von ihm Besitz. Als legendärer «Graf Öderland mit der Axt in der Hand» zieht er fortan durchs Land und hackt sich skrupellos mordend in die Unterwelt. Und während der subalterne Bankangestellte in der Justizmaschinerie gerät, wird der Gesetzesdiener zum Sinnbild all jener, die den erdrückenden Konventionen des Alltags, der Sterilität der Ordnung entfliehen möchten.
Der Axtverkauf boomt. Aber ein Beil denkt nicht nach, empfindet keinen Ekel, es mordet. An die Stelle der Verantwortung tritt blosse Mechanik. Der zunehmenden Gewalt begegnet der Staat mit rigorosen Massnahmen, bis nur noch «Graf Öderland» das Blutvergiessen beenden kann. So endet der Wunsch absolut frei zu sein, anders zu leben als in der Pflichterfüllung im korrupten Kompromiss mit dem verachteten Staat, und die Gefängnistüren des eigenen Ich bleiben verschlossen.
Mit GRAF ÖDERLAND, Max Frischs dunkel-poetischem Stück, das der Autor selbst sein «liebstes» nannte, untersucht die Zuger Regisseurin Claudia Bossard die explosive Mischung von gesellschaftlicher Entfremdung und Identitätskrise, Populismus und Staatsversagen.
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Mit Thomas Wodianka, Laina Schwarz, Henri Mertens, Lukas Darnstädt, Steven Adjei Sowah, Louis Rüegger (ZHDK), Jaël Saier (ZHDK)
REGIE: Claudia Bossard
Bühne und Kostüme: Romy Springsguth
Mitarbeit Bühne: Yuni Hwang
Musik & Video: Jacob Suske
Licht: Christoph Kunz
Dramaturgie: Nina Rühmeier
PFAUEN
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Theaterkasse (Rämistrasse 34)
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