Unerhört!-Festival 2026

Das unerhört! Festival macht auch 2026 wieder halt in der Roten Fabrik!

FREITAG, 27. NOVEMBER

Ingrid Laubrock's Grammy Season

19:30 Uhr, Clubraum

Ingrid Laubrock: Saxophone | Brandon Seabrook: Guitar | Shawn Lovato: Bass | Tom Rainey: Drums | DoYeon Kim: Gayageum

Grammy Season versammelt um Ingrid Laubrock einige der führenden Stimmen des amerikanischen Jazz; genauer: der vibrierenden Brooklyn-Szene, in der die musikalischen Genres einander berühren und durchdringen. Die aus Deutschland stammende, seit 2008 in New York lebende Saxofonistin hat in den letzten zehn Jahren ihren Wirkungsbereich stetig erweitert und neue Wege gefunden, improvisierte Musik zu inspirieren, zu organisieren und zu verorten. Sie ist in ihren vielen Projekten kompositorisch tätig, pendelt leichtfüssig zwischen Fixiertem und Spontanem. Da gibt es harmonisch und rhythmisch Gebundenes, freies Spiel, Kammermusikalisches, ja, sogar Orchestrales. Viele Kontraste, feurig Eruptives, bis hin zu Momenten des Rock. Die Band hat eine neue Scheibe im Gepäck und ist auf Tour durch Europa. Nur am heutigen Abend, speziell fürs unerhört!, ist die Koreanerin DoYeon Kim dabei, die auf dem Album einen zentralen Part hat.

Sofia Jernberg - Alexander Hawkins - Hamid Drake

20:45 Uhr, Clubraum

Sofia Jernberg: Voice | Alexander Hawkins: Piano | Hamid Drake: Drums, Percussion

Auf Initiative des britischen Pianisten Alexander Hawkins verschmelzen zwei bestehende Duoformationen zu einem Trio, dessen Mitglieder sich jeder Einordnung entziehen. Das Spektrum von Alexander Hawkins aus Oxford umfasst Tourneen mit dem südafrikanischen Schlagzeuger Louis Moholo oder dem Saxofonexzentriker Anthony Braxton, Kompositionen für das London Symphony Orchestra, die Auseinandersetzung mit dem Chicagoer AACM-Erbe sowie die Begleitung des äthiopischen Vibrafonisten Mulatu Astatke. Die in Äthiopien geborene und in Schweden aufgewachsene Sängerin Sofia Jernberg hat Kammerjazz gespielt, Arnold Schönberg mit dem schwedischen Ensemble Norbotten NEO gesungen und Julius Eastman mit der Schweizer Pianistin Simone Keller aufgeführt. Fasziniert von äthiopischer Musik nahm sie mit Hawkins im Duo Volkslieder auf. «Die Darstellung und Überwindung der Trauer, nicht die Reproduktion eines bestimmten nationalen Repertoires, ist der Kern ihres zutiefst bewegenden Albums Musho», schrieb das amerikanische Jazzmagazin Downbeat. Ein Weltmusiker ist auch der Chicagoer Schlagzeuger Hamid Drake. Seine Rhythmen atmen Reggae, indianische und afrikanische Perkussion. Er tourte mit Grössen wie Archie Shepp, Herbie Hancock, Don Cherry oder Irène Schweizer. In einem fürs Zürcher Publikum unvergesslichen Duo mit Alexander Hawkins zum 40-jährigen Bestehen von Intakt Records im Jazzclub Moods sprühten die Funken, als sie einige der schönsten Songs Afrikas von Dudu Pukwana, Miriam Makeba oder Abdullah Ibrahim zum Ausgangpunkt ihrer Improvisationen machten. Nun also ein Trio. Wiederum mit Afrobeat-Hymnen, ergreifenden Liedern, energetischen Interventionen.

The Handover

21:45 Uhr, Fabriktheater

Aly Eissa: Oud | Andrew Nasser: Violin | Jonas Cambien: Organ, Synth

Es fällt schwer, sich der Musik von The Handover zu entziehen. Die Konzerte klingen nach, sie sind Reisen durch eine akustische Welt, die sich immer weiter ausdehnt, anschwillt und die Zuhörenden hypnotisieren kann. Zwei Ägypter und ein in Norwegen lebender Belgier machen traditionelle und moderne Formen arabischer Musik zur Grundlage ihrer Interaktion. Feinnervig, geradezu telepathisch improvisieren sie ihre Sets, federnd auf den tranceartigen Klängen des Nil-Deltas, beflügelt von krautrockartigen Riffs und der Intensität des Avantgarde-Jazz der 60er Jahre – wahrhaft psychedelisch. Der Geiger Ayman Asfour, seit der Gründung vor drei Jahren dabei, lebt mittlerweile in New York und kann daher nicht an allen Konzerten in Europa teilnehmen. Am unerhört! ist sein Stamm-Ersatzmann Andrew Nasser zu hören. Das Set verspricht einen interessanten Abschluss dieses ersten Abends in der Roten Fabrik, der die Kunst des Sichfallenlassens zelebriert.

SAMSTAG, 28. NOVEMBER

Aki Takase - Daniel Erdmann & Large Ensemble HSLU

19:30 Uhr, Fabriktheater

Aki Takase: Piano | Daniel Erdmann: Tenor Saxophone | Ana Romano: Voice | Augustin Martz: Violin | Jan Heinemann: Trumpet | Dalmiro Dorado: Tenor Saxophone | Micha Zumsteg: Guitar | Leander Schöpfer: Bass | Christian Weber: Bass | Jorit Reisewitz: Drums

Die Zusammenarbeit mit Studierenden der Jazz-Abteilung der Hochschule Luzern ist ein eingeführter Teil des unerhört!-Festivals. Unvergessliche Konzerte sind daraus hervorgegangen: sorgfältig erarbeitet, mit Mut zum Risiko und viel Engagement gespielt. Manche der jungen Talente, die bei uns auftreten, kehren Jahre später mit eigenen Bands zurück. Die Leitung dieser Workshops liegt bei Jazz-Grössen wie Vijay Iyer oder Ingrid Laubrock, Caroline Davis oder Evan Parker.
Für dieses Jahr konnten wir die japanische Pianistin Aki Takase und den deutschen Saxofonisten Daniel Erdmann gewinnen. Die beiden verbindet eine langjährige musikalische Partnerschaft. Nach Isn’t It Romantic (BMC Records, 2021) und Ellington (Enja Records, 2024) widmen sie sich derzeit ihrem dritten Duoprogramm Timeless. 

In ihrem variablen Timeless Orchestra bringen Takase und Erdmann Musik verschiedener Generationen zusammen. Wie lassen sich Erfahrungen, Ideen und Impulse aus der Vergangenheit in die Zukunft tragen? Im Zusammenspiel mit den Studierenden der Hochschule Luzern erarbeiten sie fürs unerhört! ein eigenes Projekt, in dem Tradition auf Neugier und frische Impulse trifft.

Bill Frisell Solo

20:30 Uhr, Clubraum

Bill Frisell: Guitar

Bill Frisell prägt die zeitgenössische Musik seit einer Ewigkeit. Seine Karriere umspannt bald fünf  Dekaden ohne Zeichen einer musikalischen Verflachung. Er ist neugierig geblieben, unfassbar aktiv und hat neben seinen eigenen Projekten unzählige Kollaborationen kollektivdienlich geprägt. In diesem vermeintlichen Widerspruch liegt der Zauber seiner Kunst: Virtuosität ohne Prätention.  Die Liste derer, mit denen er gespielt hat, ist episch.  Hier nur ein Ausschnitt: Paul Motian, Jack DeJohnette, Elvis Costello, Laurie Anderson, John Zorn, Allen Ginsberg. Sein warmer, unverwechselbarer Gitarrenklang  wurde vom Schlagzeuger Peter Erskine schon früh als ein „one-in-a-million sound“ gerühmt.  Die New York Times  pries ihn mit den Worten: “Mr. Frisell und sein halbsüsser, verträumter Vortrag haben sowohl Experimentierfreude als auch Gelassenheit in der improvisierten Musik beispielhaft verkörpert.”

Jenseits vom Jazz hat er sich dem Folk, dem Country und Teilen der amerikanischen Popmusik gewidmet. Emotional tief, technisch brillant. Nur selten spielt er solo. Dann gibt es erdige, unaufgeregte Gitarrenklänge zu orchestralen Tonballungen, die er mit Live-Loops erzeugt.

OM

21:45 Uhr, Clubraum

Urs Leimgruber: Saxophone | Christy Doran: Guitar | Bobby Burri: Bass | Gerry Hemingway: Drums, Percussion | Tony Buck: Drums, Percussion

54 Jahre OM! Und die Reise geht weiter. Diese Band ist Kult. Die vier Musiker Urs Leimgruber, Christy Doran, Bobby Burri und Fredy Studer schreiben von 1972 bis 1982 als Pioniere einer europäischen Electric-Free-Music Geschichte. Von Jimi Hendrix elektrisiert, von John Coltrane fasziniert, vom Free Jazz beflügelt. OM versetzt die Rockmusik in spontane Spielverläufe mit ungewissem Ausgang. ElectroAcoustiCore nennen sie die Musik. Im Jahr 2022 feiert die Band ihr goldenes Jubiläum mit einem Album namens 50, erschienen bei intakt. Einen Monat vor der Veröffentlichung stirbt Fredy Studer. „Im Zeichen des Weiterbestehens dieses Geistes machte OM weiter, ging auf Tournee um die ‘50’ zu feiern und holte zwei Schlagzeuger dazu, um die Fussstapfen des Titanen würdig zu füllen“, schreibt der New Yorker Jazz-Journalist Kurt Gottschalk und fügt an: „Die Band OM tritt als energiegeladenes und einfühlsames Ensemble in ihr zweites halbes Jahrhundert ein.“ Die Reise geht weiter! Freuen Sie sich auf Energie, Kraft, Radikalität, Freiheit und Form – gespielt mit Leidenschaft, Können und Erfahrung.

 


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Daten

Freitag, 27. November 2026

Weitere Daten

Samstag, 28. November 2026

Veranstalter:in

Rote Fabrik

Die IG Rote Fabrik ist ein Verein, der die Vermittlung und Förderung von zeitgenössischer und kritischer Kultur bezweckt. Seit 1980 bietet die IG Rote Fabrik eine wertvolle Alternative für den Kulturgenuss, der fernab von Mainstream und ...

Ort

Clubraum

Seestrasse 395
8038 Zürich
+41 (0)44 485 58 58

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