Literatur-Tipps im Februar

Vom Verschwinden, von Kafkas Türen, Tod und Texten, vom Zergliedern des Sichtbaren und Geheimnisvollen und von einem Darling, das zu sehr verfällt. 

Vom Verschwinden: Schreibwettbewerb 2023

Seit über zwanzig Jahren fungiert der Schreibwettbewerb des Literaturhauses Zürich als Sprungbrett für talentierte Schreibende. Einmal im Jahr werden die prämierten und publizierten Texte einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Im vergangenen Jahr befassten sich die Texte mit dem Motto «Verschwinden», in all seinen Facetten: Bedrohte Tiere, aussterbende Orte, verschwundene Berufe und Gegenstände. Es lesen: Stefan Andreas, Ingrid Frank, André Gärisch, Lian Rasmussen, Marie Ritter, Felix Ernst Peter Schalk, Sigune Schnabel, Lusia Maria Schulz, Leonie Tooten, Moné Wohler, Katrin Wolf und Destina Yildirim.

Kafka – Türen, Tod & Texte

Am Anfang erhält der Autor selbst das Wort: Auszüge aus Briefen und Tagebüchern gewähren Einblicke in sein existenzielles Verhältnis zum Schreiben und ausgewählte Passagen seiner literarischen Texte werden in einer raumfüllenden Audio-Installation inszeniert. Zu seinem 100. Todestag widmet das Museum Strauhof dem «grössten deutschsprachigen Autoren überhaupt» eine Ausstellung, die, wie auch sein Werk, zu immer neuen Deutungen herausfordert. Eröffnet wird diese in der Kirche St. Peter mit Ansprachen von Gesa Schneider, Rémi Jaccard und Philip Sippel. Anschliessend gibt es einen Apéro und Ausstellungsbesichtigung im Strauhof.

John Burnside

Er gehört zu den schillerndsten Literaten Grossbritanniens: Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie mit einem gewalttätigen, alkoholsüchtigen Vater, gelang ihm eine aussergewöhnliche Karriere. Vor allem in seinen Gedichten zergliedert Burnside das Sichtbare und das Geheimnisvolle der Schottischen Landschaft, die Gleichzeitigkeit von Schrecken und Schönheit. Nun eröffnet er die «Tage internationaler Literatur» und erzählt von seinem persönlichen Bezug zum Thema «Verschwinden». 

«Oh, Darling, du zerfällst mir sehr»

An der Late Night im Cabaret Voltaire zeigen sich die Lyrikerinnen Simone lappert und Anja Zag Golob von ihrer performativen Seite, inklusive musikalische Begleitung von IOKOI. Weiter sind zu hören die Machenden eines interdisziplinären Kunstprojektes. Unter dem Titel «Oh, Darling, du zerfällst mir sehr», widmen sie ihre Aufmerksamkeit einem Gebäude in Mels bei Sargans, direkt an der Autobahn A3 und am Schienenstrang, das seit gefühlten Ewigkeiten am zerfallen ist. Ende April gibt es ein Buch dazu, ein filmisches Werk und eine dialogische Performance. An diesem Abend präsentieren schon einmal: Romana Ganzoni, Gabriella Alvarez-Hummel und Andrea Keller mit Videoeinspielen von Raphael Zürcher.

Von Seraina Kobler am 01. Februar 2024 veröffentlicht.

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