Der Wörter-See geht an Land

Redaktion Frank Wendler
Redaktion Frank Wendler

Eine tolldreiste Plattform für jede Form von Wortkunst, wenn sie schlau, unkorrekt und unterhaltsam ist: lauter schräges Zeug also. 

Weil die Aktionshalle in der Roten Fabrik umgebaut wird, findet der Wörter-See jetzt jeden dritten Montag im Monat im Restaurant Parea im Kreis 3 statt.

Den Anfang hat im Januar der Berliner Falko Henning gemacht. Er las aus seinem unkorrekten und deswegen sehr unterhaltsamen Buch der schmutzigen Worte, einem Sammelsurium von Beleidigungen und Anekdoten oft berühmter Menschen. Mir persönlich hat ein Kommentar des Abgeordneten und späteren Außenministers Joschka Fischer im Deutschen Bundestag gut gefallen: «Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch, mit Verlaub!» – was durch die Fallhöhe zwischen Anrede und Aussage ziemlich klasse ist. 

Ausblick:

Zu Gast am 20. Februar ist Paul Bokowski, der früher in Sachen Poetry-Slam und heute als Autor und Vorleser unterwegs ist. Schon die Titel seiner Bücher vermitteln vermutlich einen Eindruck, wohin die Reise an diesem Abend geht: «Hauptsache nichts mit Menschen», «Alleine ist man weniger zusammen» und «Bitte nehmen Sie meine Hand da weg». 

Hü Schenkel Lite mit Kyros Kikos ist am 13. März nach Selbstaussage «eine Kombination aus Gitarre, Gesang und Stalinorgel mit selbstgeschraubten Liedern, süffig wie billiges Dosenbier an einem verkaterten Sommermorgen und weingeistigen Schlagertexte direkt aus der Schnapsbrennerei des Lebens.» Na dann Prost.

Der 1968 geborene Ahne hat mit «Wie ich mal lebte» eine Art Autobiografie geschrieben über seine spannenden Jahre bis Herbst 1989. Danach geschah nicht mehr viel in seinem Leben, nur dass er Abgeordneter, Hausbesetzer, Vater und berühmt wurde. Er bietet am 17. April Einblicke in das Leben eines Stars zwischen Ruhm und Windelwechsel.

Die mopsfidele Rateshow «R.O.D. – read or die» am 15. Mai ist eine schnelle Reise durch die Welt der Literatur. Geraten wird in zwei Teams, in welche das Publikum zu Beginn eingeteilt wird. Punkte gibt’s für die schnellste richtige Antwort. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt und darf Bücher mit nach Hause mitnehmen. Das zweitplazierte Team auch. Zwischendurch gibt's Gebrauchspoesie von Kyros Kikos und am Schluss wird’s gemütlich und weinselig an der Bar.

Susann Rehlein liefert mit ihrer versauten Hausapotheke am 12. Juni neben Tipps und Tricks für schönen Sex und einen sinnlichen Körper jede Menge turbulente Geschichten und Anekdoten aus ihrem Leben mit ziemlicher Fallhöhe. Ein Leser lobte: Zorn, Zeit und Sex werden bei Susann Rehlein zur schönsten Literatur über das Leben, eine Leserin: Grotesk und liebevoll. Das klingt nach dem üblichen Chaos, das wir fast alle zu bewältigen haben. 

Der Eintritt beträgt jeweils 10 CHF

Rote Fabrik

Die IG Rote Fabrik ist ein Verein, der die Vermittlung und Förderung von zeitgenössischer und kritischer Kultur bezweckt. Seit 1980 bietet die IG Rote Fabrik eine wertvolle Alternative für den Kulturgenuss, der fernab von Mainstream und ...

Von Frank Wendler am 09. Februar 2023 veröffentlicht.

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